Alles fit im Schritt?
Samstagnachmittag bei Konen in der Männerabteilung. Der Typ steht etwa zwei Meter entfernt, trägt Architektenbrille, Jeans, „Streetwear“-Turnschuhe von Adidas und ein Hemd, dessen Muster auch meiner Oma gefallen würde. Er lässt den Blick über eine Stange mit T-Shirts schweifen…und kratzt sich dabei ausgiebig am Sack. Er tut das nicht heimlich oder verschämt. Nein, eher beiläufig. Und spricht gleichzeitig mit einer Blondine (Schwester, Freundin, Affäre…), die mit einem wüstensandfarbenen Etwas vor seiner Nase herumwedelt. Er schüttelt den Kopf, die Kratzhand hält inne, greift sich das Stück Stoff und hängt es auf den Kleiderständer zurück.
Warum tun Männer das? Bei Edeka, an der Bushaltestelle, in der Kneipe, einfach überall und ganz selbstverständlich gehört der Griff zwischen die Beine dazu. Von Diskretion keine Spur. Wenn’s juckt, dann kratzt man sich halt. Punkt.
Gut, kann ja sein, das sich das beste Stück mal in der Unterhose verirrt und dort baumelt, wo es eigentlich nichts zu suchen hat. Oder das die Härchen der nachwachsenden Intimfrisur pieksen. Manche nehmen es ja auch mit der Hygiene nicht so genau. Aber bitte Jungs: Das will die scharfe Maus zwei Meter weiter eigentlich gar nicht wissen! Und die Freundin vor euch sowieso nicht. Denn Sackkratzen ist ungefähr so anziehend wie in aller Öffentlichkeit pupsen oder in der Nase popeln. Einfach "Bäh!".
Der Rat von Dr. Ewil für das nächste Mal:
Lieber Unbekannter, wenn es denn wirklich sein muss und du gar nicht anders kannst - Ab in die Umkleide! Oder versteck dich von mir aus HINTER deiner Freundin. Bitte.
Wie immer,
Euer Dr. Ewil



