Automatenliebe: Onkel Willi's SuperSize
Mich verbindet eine seltsame Hassliebe mit Verkaufsautomaten – ein paar einleitende Worte seien mir deshalb gestattet, bevor ich im nächsten Teil unserer Automaten-Serie eine sogenannte „Travel Pussy“ testen muss.
Es begann alles vor etlichen Jahren mit der Vorliebe für eine bestimmte Sorte Apfelkuchen. Diesen matschigen, geleegefüllten runden Fladen aus Mürbteigimmitat, den es nur im Automaten am Hauptbahnhof gab. Ich bin mir natürlich bewusst, dass der Bahnhof nicht gerade der Ort ist, an dem halbwegs vernünftige Menschen normalerweise Apfelkuchen kaufen, aber sei's drum.
Es geht hier um die vertrackte Liebesbeziehung zu Automaten, wie sie nur in Ländern mit relativ strengen Ladenöffnungszeiten aufkeimen kann. Eine bilderbuchstäbliche Hassliebe – man kann nicht mit ihnen, aber auch nicht ohne sie. Auch wenn sie vehement behaupten, dass der Apfelkuchen ausverkauft ist, obwohl man genau sieht, dass noch mindestens einer im Fach liegt. Oder einem partout keine Ware geben, obwohl man mehr als genug Geld eingeworfen hat und stattdessen nur einen kryptischen Code im Display anzeigen (*_xxy223#* bzr#). Da soll man dann den Automaten-Cowboy anrufen und die Nummer durchgeben. Was aber immer Geld kostet und auch nix bringt, wenn man g'rade Lust auf Apfelkuchen hat. Mindestens genauso toll sind die Automaten, die zwar Fresszeug aus den Fächern in den Schacht werfen, bei denen man die Leckereien aber nicht rausbekommt, weil sich irgendeine a****gef***te Blechverkleidung verkanntet hat. Die Klappe geht gerade weit genug auf, um sich beim Reingreifen die Finger zu quetschen – und zu bemerken, dass vor einem schon zehn andere kläglich gescheitert sind. Das machen die Biester doch absichtlich, die wollen uns quälen.
Das Phänomen betrifft aber nicht nur Fresskisten, auch die Ticketautomaten haben ihr Eigenleben. Und meistens einen miesen Sinn für Humor. Oder warum nehmen sie immer dann, wenn man gerade in Eile ist, den nur ganz leicht zerknitterten 10-Euro-Schein nicht an und geben einem nach dem fünften Versuch 7,80 in 10- und 20-Cent-Stücken raus? Man kommt sich dabei zwar vor, als hätte man gerade den Jackpot beim „Einarmigen Banditen“ geknackt, aber bis man die Münzen alle aus dem Fach gekratzt hat, ist die Bahn schon lange abgefahren. Am liebsten sind mir dann doch die kleinen süßen Parkscheinautomaten. Die drucken auf die Rückseite immer Gutscheine für Kaltgetränke beim örtlichen Fast-Food-Tempel. Mindestbetrag 5 Cent – 0,3er Cola ümmesünst. Dafür liebt man sie.
Und eins ist sicher: Alte Liebe rostet nicht. Es gibt ihn nämlich noch, den „WILLIS SuperSize“ Apfelkuchen. An jedem Automaten in eurer Nähe!
An Guad'n,
die Chantále
P.S.: Es ist vielleicht nicht der passende Rahmen, aber ich habe mich gerade gefragt, ob es wohl bedenklich ist, wenn etwas, das sich „Currysauce“ nennt, nach Aftershave schmeckt. Nach reiflicher Überlegung kam mir dann aber die Sache mit dem rasierten Huhn ins Gedächtnis ... und alles ergab plötzlich wieder einen Sinn.
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vom selben hersteller gibt es auch marmorkuchen und riesen marzipanlebkuchen. die sind auch ziemlich lecker. allerdings habe ich die bis jetzt immer nur im "snack bär"en gesehen.