Hämo-Hilton's Muschiduft
Ein Buch über Hämorrhoiden? Verdammt! Warum ist mir das nicht eingefallen!? Das hätte ich doch viel besser gekonnt. Aber Charlotte Roche war schneller. Halb so schlimm, es ist ja noch nicht zu spät: Erfolgsrezepte werden gerne kopiert. Das war erst die Spitze des Muschischleimbergs. Ist ja auch gut so, man kann ja über alles reden – oder auch schreiben.
Vielleicht schreibe ich schnell mal ein Kochbuch mit perversen Kochrezepten – bevor Charlotte Roche das macht; oder Vox mir mit einer Porno-Kochshow zuvorkommt. Da kann ich endlich mein Rezept zur Herstellung künstlichen Spermas unterbringen. So viel kann ich schon mal verraten: Man braucht dazu viel Sahnesteif. Und es schmeckt sogar recht ordentlich, nur falls die eine oder andere Frau schon wieder die Mundwinkel verziehen sollte. Wenn ich schon mal dabei bin, gebe ich vielleicht gleich noch ein paar Fetisch-Reiseführer heraus: „Urlaub am Anale Grande“ oder so ...
Ob ich damit genauso erfolgreich sein werde, wie unsere Charlotte? Wir werden sehen. Es ist ja schließlich auch nicht alles neu, was da so in ihrem Büchlein steht. Zum Beispiel der Trick mit dem „Muschisaft hinters Ohrläppchen schmieren“ – kennt doch jeder. Hab ich auch schon gemacht, allerdings kam ich mir selten so schwul vor. Paris Hilton macht das auch schon lange. Wie das in ihrem Fall wirkt, hat sich am Istanbuler Flughafen erst wieder gezeigt. Da gab es eine handfeste Massenschlägerei, bei der mindestens drei Personen verletzt wurden. Das kann nur am Muschigeruch liegen. Woran sonst? Die Frau sieht nicht besonders aus, hat keine offenkundigen Talente, brilliert nicht gerade mit Geistesblitzen und dennoch scheinen ziemlich viele Menschen auf sie abzufahren. Muschiduft rules! Das konnte man am Samstag auch bei „Wetten, dass ...!“ beobachten. Da hat ihr Odeur diesen Squasch-Australier sogar über größere Entfernung so nervös gemacht, dass der prompt seine Wette verlor. Paris musste als Ausgleich mit einer Frau aus dem Publikum in einen Passphotoautomaten steigen. Wahrscheinlich haben sich die ZDFler gedacht: „Lasst sie bloß nichts Schwieriges machen! Aber grinsen, das kann sie.“ Die arme Frau aus dem Publikum durfte dann in der Photokabine ganz hautnah den Muschiduft erleben. Frauen mögen das ja nicht so, hab ich gelesen. Vielleicht hat ihr Gottschalk deswegen noch fünf Euro in die Hand gedrückt – als Schmerzensgeld. So tief ist diese Sendung schon gesunken. Sogar meine Mutter findet „Wetten, dass ...!“ mittlerweile ätzend; obwohl sie mit ihren 65 Jahren eigentlich super in die Zielgruppe passt. Als sie mich dann gefragt hat, „warum sie diese depperte Hilton überall rumzerren müssen?!“, überlegte ich kurz, ob ich ihr meine Theorie mit dem Muschiduft erläutern soll. Das habe ich dann aber verworfen und stattdessen nur mit den Achseln gezuckt. Eine andere Erklärung fiel mir beim besten Willen nicht ein.
Zum Abschluss noch ein nützlicher Tipp in Sachen Hämorrhoiden aus dem Werk „Feuchtgebiete“: Gegen das Jucken am After soll Zinksalbe ganz gut helfen. Gibt’s in jeder Apotheke. Das wollte ich unbedingt noch erwähnt haben – für all diejenigen, die wie Charlottes Protagonistin Helen immer mit kotverschmierten Fingern aufwachen.
Vaginale Grüße,
die Chantále
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Da stell sich doch sofort die Frage, kann man Pickel wirklich essen? Fühlt sich das nicht genauso an wie ein beherzter Lecker über eine nicht-knusprige Hähnchenhaut? Und warum sollte man Pickel essen? Sind die Inhaltsstoffe von Pickeln nicht vielleicht sogar schädlich und kann man in Amerika sich selbst verklagen, wenn man sich das antut?
Eigentlich wollte ich nur Bescheid sagen, dass man bei Benutzen der Zinksalbe die Hämorrhidensalbe nicht wegwerfen darf, diese ist seht gut gegen Augenringe... Habe ich gehört.
PS: Der doffe Zeichencode hier unten ist voll schlecht zu lesen. Wenn ich wieder drei Versuche brauche, bis der Kommentar angeneommen wird, lösche ich das Internet. Das habt ihr dann davon.
ja herrlich!
lass uns alle abartigkeiten unserer jugend auspacken. nivea-creme, kinderpasta und schorf zählten zu meinen leibspeisen. jeder hat in der kindheit an sich rumgepfuscht, keiner will es zugeben. und unsere liebe Helen hat scheinbar einfach nie aufgehört damit.
ich frage mich nur, ob diese geschichte auf einer reihe von selbstversuchen basiert, denn die meisten dinge würden mir nicht mal nach 3 jahre isolierhaft einfallen. insofern, schade charlotte, du wirst auf ewig ein pickelfressende, tamponliegenlassende und duschkopfindiemuschisteckende schlechte autorin für mich sein. denn dieses buch pocht auf provokation, anders macht es kein reden von sich. nicht der schreibstil, nööö, einzig die dinge die sie mit sich anstellt, werden dargestellt!