Das Monster von Neuhausen
Schlendert man des Nachts nichtsahnend die Jutastraße im Münchner Stadtteil Neuhausen entlang, wetteifern blankgeputzte Häuserfassaden mit diversen Luxuskarosserien um die Wette…keine Frage, hier wohnt Geld. Zwischendurch lockert ein asiatischer Imbiss die Gediegenheit auf, Läden mit Frauenklamotten, Babyzubehör, Blumen und Flohmarktkrimskrams schmiegen sich zufrieden in den Schatten der mächtigen Bürgerhäuser…Pizzerien heißen hier „Ristorantino“, ihre Tische sind voll von Menschen in weißen Leinenhosen, die den lauen Sommerabend genießen.
Niemand von ihnen jedoch ahnt, dass inmitten dieser Idylle ein unheimliches Wesen haust…Pucky, die Mörderpuppe! Gut getarnt im Schaufenster einer Textilreinigung blinkt sie die Passanten mit ihren Vergissmeinnicht-Augen aus Hartplastik an. Sie schwingt ein Kinderbügeleisen emsig von links nach rechts. Ihr linkes Augenlid klappt neckisch im Takt dazu nach unten. Pucky ist nicht mehr die jüngste, das Augenlid schafft es nur bis an den untersten Rand der Pupille. Vor ihr steht ein Bügelbrett mit einem vermoderten Stück Stoff darauf. Auch über ihrer ehemals roten Schürze liegt der Altersschleier. Ein breites Grinsen, bei dem ihre Stoffzähne zu sehen sind, erfüllt das Puppengesicht. „Ich bügele doch nur“, scheint sie zu sagen. Ja liebe Pucky, du bügelst nur. Tag für Tag.
Nur heute nicht. Denn heute stand sie still. Sie hat aufgehört zu bügeln. Ihre Augen starren durch die Scheibe in die Dämmerung. Sie grinst noch immer.
Eine Brise trägt gackerndes Balkongelächter durch die Luft. Frohe Menschen. Noch.
Euer Dr. Ewil




Uah, bäh, Puppen können ja sowas von unheimlich sein. Hab mich ja nie getraut, den Film mit der anderen Mörderpuppe zu kucken. Jutastraße? Werde ich meiden. Dass mir nicht noch eins mit einem Bügeleisen übrgezogen wird. Brr.