Geburtstagsgeschenk gefällig?
Kein Problem. Oder doch? Witzigerweise findet man Geschenke für Menschen, die man mag, viel schwerer als für solche, die man nicht so gerne mag (meistens hasst man die dann auch). Erst letztens ist mir so ein Geschenk in die Hände bzw. auf dem Kopf gefallen. Dabei handelte es sich um einen zusammenklappbaren Happy-Birthday-Hut, der einer Geburtstagstorte inkl. Kerzen nachempfunden wurde.
Für läppische 6 Euro kann man dieses Polyester-Ding sein Eigen nennen und sich bei der nächsten Geburtstagsfeier den Gastgeber zum Feind machen. Vor allem, wenn man vor versammelter Mannschaft die Bedingung stellt, dass das Ding mindestens die nächsten 20 Jahre passend zur Gelegenheit getragen werden müsse. Da kann der Gastgeber schlecht „nein“ sagen. Sonst würde er ja schnell als Spielverderber und Spießer gelten. Ab einem bestimmten Alter will man das ja mit allen Mitteln verhindern (und checkt dabei nicht, dass man sich eigentlich damit total zum Affen und lächerlich macht).
Der Laden, in dem es nur so von Geschenken für unliebsame Zeitgenossen wimmelt, nennen wir ihn mal ERAK, hatte noch einige andere Perlen im Angebot: Hässliche, dunkle Porzellanschweine mit Flügeln, Tassen mit Titten, sitzende Froschkönige mit Beinen aus Schnüren, rosa Lackkerzenständer... Mir sind auf einmal ganz viele Menschen eingefallen, die solche Geschenke verdient hätten. Unnütze Leute und unnütze Dinge passen halt einfach gut zusammen.
Deshalb verschenke ich an Menschen, die ich gerne mag, grundsätzlich Gutscheine. Weil die nützlich sind und weil die jeder brauchen kann. Wie gute Freunde eben.
Gruß,
der Graf,
der endlich die Lanze für Gutscheine brechen musste
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