Gefahr durch Geisterradler
Ich bin ja ein großer Freund vom ADFC – dem allgemeinen deutschen Fahrrad-Club, denn der kümmert sich um meine Gesundheit, mein Wohlergehen, meine Lebenserwartung. Man sollte zwar meinen, der philanthropische Gönnerverein wolle möglichst viele Menschen zum Radfahren bringen – soll ja gesund sein – doch die Sorge um unser Wohlbefinden liegt ihm doch zu sehr am Herzen. Danke, übrigens.
Jetzt klären sie uns auch darüber auf, dass Rad fahren (in Bayern sagt und sprayt man natürlich „radeln“) extrem gefährlich sein kann. Vor allem das in Großstädten weitverbreitete „Geisterradeln“. Seit einigen Tagen werden deshalb die gefährlichsten Strecken in München, unter anderem die legendäre Lindwurmstrecke, mit hübschen gelben Warnschildern gekennzeichnet, die der Einfachheit halber mal auf den Boden gesprüht wurden. Was die Anti-Sprayer-Vereinigung dazu wohl sagt? Naja, egal, die kümmern sich schließlich nicht um unsere Gesundheit. Also: Geisterradeln kann zum Tod führen. So wie Rauchen. Und Rauchen ist schlimm. Radfahren also auch. Das ist ein enormes Risiko, denn wer weiß schon, wie gefährlich normales Radeln ist, wenn Geisterradeln gleich tödlich sein kann? Gibt es Studien? Wurde das von erfahrenen Stunt-Fahrern unter professioneller Aufsicht ausgelotet? Wie hoch ist die Dunkelziffer?
Ich glaube, das mit dem Radfahren lasse ich wieder. Wo doch die Risiken jetzt klar sind, fahre ich lieber wieder U-Bahn. Das ist auch viel praktischer, weil ich dann ordentlich trinken kann. Besoffen Bahn-fahren ist schließlich nicht gefährlich. Gibt ja keine Spray-Schilder dagegen. Danke ADFC für die Aufklärung. Ich werde jetzt sicher länger leben. Und mehr Spaß am Trinken haben – oder kann trinken etwa auch tödlich sein?


