Merkel muss weg!
Wechseljahre einer Kanzlerin
Wie von der Gravitation eines schwarzen Lochs nach unten gezogen strebten ihre Mundwinkel in Richtung Erdmittelpunkt. Und kaum hatte ihre emotionslos vorgetragene Ansprache begonnen, zeigten sich auf den Gesichtern der die Bürgerinnen und Bürgern schon die gleichen Symptome.
Es war wieder Zeit für die Neujahrsansprache der Kanzlerin. Und wenn dieses gleichermaßen sinnfreie wie einschläfernde TV-Ereignis sonst schon keinen großen Effekt hat, machte es doch eines ganz unmissverständlich klar: Das Maß ist voll. Merkel muss weg!
Barak Obama muss ähnlich gefühlt haben, als ihm die Idee von Change kam. „Es kann so nicht weitergehen!“ Diese Frau steht an der Spitze unseres Landes – dieses fleischgewordene Antonym von Leidenschaft? Und gerade sie will uns übers Fernsehen Mut machen und uns für das kommende Jahr motivieren? Das kann sie mindestens so gut wie der gleichermaßen begnadete Redner Horst Köhler, der genau weiß, wie er die Menschen zu Begeisterungsstürmen hinreißen kann. Machen wir uns nichts vor: Wer nach dem Genuss dieser beiden rhetorischen Weichkäse nicht vom Wechsel träumt, muss wahrlich politisch verdrossen sein.
Deutschland wird regiert von Langweilern, die in ihren Fernsehansprachen immer wieder aufs Neue den gleichen Mist erzählen. Ein Jahr ist vergangen, ein Neues steht vor der Tür. Große Herausforderungen, Anstrengungen und Hindernisse, die es zu meistern gilt. Aber wir haben ja die Kraft und die Entschlossenheit, die es dazu braucht, liebe Bürgerinnen und Bürger! Man kann von Glück reden, dass man das übrige Jahr nicht so viel von Merkel und Co hört.
Denn so, wie diese Ansprachen vorgetragen werden, kriegt man bestimmt keine Lust aufs neue Jahr. Wenn man sich fragt, warum die Deutschen Weltmeister im Jammern sind, muss man nur einen ganz kurzen Blick in das Gesicht von Angela Merkel werfen, während sie im Fernsehen von der Zukunft Deutschlands spricht.
Frohes Neues,
die Chantále
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