Praxistest: Nasendusche
„Nasenspülungen mit Salzwasser haben sich durch die sanfte Reinigung der Nase seit Jahrhunderten bewährt“, stand auf der Packung meines neuen Nasenspülsets. Das wollte ich genauer wissen. Nur ein Praxistest konnte zeigen, wie sanft reinigend und erquicklich so eine Nasenspülung ist.
Nach dem Öffnen der Packung kommt eine Nasenspülkanne zum Vorschein, die aussieht wie ein Schwan mit Peniskopf. Darin löst man ein Beutelchen Spülsalz in einem Viertelliter Wasser auf. Den Peniskopf setzt man an das rechte Nasenloch an, macht den Mund auf und legt den Kopf schief. Auf wundersame Weise läuft die Salzlake dann nach einigem Geblubber ziemlich flott aus dem linken Nasenloch wieder raus. Die Augen tränen, Salzwasser schwappt in den Hals, man verschluckt sich daran, fängt an zu husten, spritzt sich die Brühe in die Augen und beginnt zu weinen. Herrlich sanft und erfrischend. Dann noch mal anders herum: durchs linke Nasenloch rein, durchs Rechte raus. Nach etwa fünf Minuten ist der Spaß vorbei. Wobei, nicht ganz. In den folgenden zwei Stunden läuft einem hin und wieder unkontrolliert etwas Wasser aus der Nase, so dass man lieber immer ein Taschentuch bei sich tragen sollte. Auf der Packung steht, diese Spülungen kann man dreimal täglich machen, auch zur Prophylaxe. Das kann ich aber nicht empfehlen. Und zum Schluss noch ein ziemlich überflüssiger Tipp aus der Packungsbeilage: „Bewahren Sie keine Reste der Spülung auf, da diese schnell verkeimen können.“ Wer käme denn auf die Idee, dieses Zeug aufzuheben? Nunja ... Für alle, die diesen Hinweis trotzdem für berechtigt halten, möchte ich ergänzen: Mit dem Spülsalz sollte man auch keine Salatsoße anrühren und nicht das Frühstücksei würzen.
Prophylaktische Grüße,
die Chantále
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