milzwurst deluxe

Mehr Lobpreis!

In Nomine Dünnschiss | 06.02.2009

Jetzt reicht's! Die katholische Kirche hat den Bogen endgültig überspannt. Es ist höchste Zeit auszutreten. Die haben wirklich genug Dreck am Stecken. Weiterlesen...
 

Nimm Jesus! | 04.01.2008

Wie in der Waschmittelwerbung preisen sie unseren Heiland an. Nimm Jesus! Ein Bibel-Fernkurs, ja, das wär' was. Auch noch für ganz umsonst und total erleuchtend. Völlig gratis? Geht das denn? Weiterlesen...
 

Herr, erlöse uns von dem Piepsen! | 30.08.2007

Gestern hat mich der Wecker mit etwas sehr nettem erfreut: christlichem Ohrenschmaus am Morgen. „Hei-li-ge Mariiiiiiiaaaa!“ Wundervoll. Leider hab ich dann abends vergessen, etwas anderes zu suchen... Weiterlesen...
 

HALLI-HALLO, der Tod ist da!

Gevatter Tod kommt zur Tür herein spaziert und sagt...
Und? Was sagt er? Mit gurgelnder Stimme, gespeist aus einem Atem der nach Verwesung riecht, röchelt er die Worte: „Halli-Hallo! Wir haben eine Verabredung Hugo Stein.“ Wie, das klingt merkwürdig? Das passt irgendwie nicht?

Doch, doch, das passt. Zumindest wenn man diesem netten Porpaganda-Comic glauben will, der mir an der U-bahn in die Hand gedrückt wurde. Da hatte die Bibel Baptisten Gemeinde ihre Missionare ausgesandt, um ein paar Ungläubige zu bekehren. Und wie könnte das besser gehen, als mit einem Comic über den Tod und das „in Sünde sterben“. Normalerweise wirft man solches Zeug ja ungesehen in den nächsten Abfalleimer, doch dieses Teil hatte eine gewisse Faszination. Lag wohl am Sensenmann, der mir auf dem Cover schon ein charmantes Lächeln zuwarf und mit dem lieblichen „Halli-Hallo“ daneben doch etwas zum Lesen reizte. Es geht los: Früstückspause bei den Bauarbeitern. Schmierige Fettsäcke diskutieren in ihrer Mittagspause über die Hölle und die Lügen und Intrigen der Kirche und das Für und Wieder der Evolutionstheorie. Schon das ja ist sprichwörtlich aus dem Leben gegriffen. Hugo Stein, unser Protagonist, schimpft über seine „Alte“ und darüber, dass sie ihm immer wieder Brote mit Margarine schmiert, obwohl er das hasst. Dann schimpft er wieder über die Pfaffen, die Heuchler. „Hallo Sie... der einzige Weg in den Himmel führt durch meine Kirche und meine Sekte, was für'n Dreck!!!“ Endlich mal Klartext. Wie erfrischend. Dann sind die Moslems und Buddisten dran. Und die Juden, die haben nämlich die Bibel geschrieben. Nachdem jetzt der ganze ehrenhafte Berufsstand der Bauarbeiter erst mal ausreichend verunglimpft wurde, wird's endlich interessant. Bühne frei für den Tod! Die Tür geht auf. „Hallo-Hallo! Wir haben eine Verabredung Hugo Stein“, sagt er. Hugo stürzt vom Gerüst und wird beim Aufprall von Bauschutt brutal in der Herzregion durchbohrt. Hugo ist tot. Die Kollegen sind geschockt. „Armer Hugo!“ ruft der eine. Dann sind sie sich einig: „Es gibt nur eine Möglichkeit, wie du das sehen kannst... Er hat den ganzen Stress jetzt hinter sich!“ Dem aufmerksamen Leser bleibt aber auch der ideologisch passende Kommentar in der rechten unteren Ecke der Seite natürlich nicht verborgen. „OOOHJA? HAT ER DAS WIRKLICH? MAL SEHEN...“

Und jetzt wird’s in der Tat unangenehm. Nicht nur für den Protagonisten, auch für den Leser. Hugo ist natürlich in der Hölle gelandet und muss sich dort ein Bibelzitat nach dem anderen reinziehen. Seltsamerweise vorgetragen von Engeln mit riesigen Flügeln. Die nächsten sechs Seiten geht’s um Sünde und Jesus. Kann man gut überblättern ohne der grandiosen Story etwas wegzunehmen. Dann wird’s wieder amüsant. Hugo fragt nach dem Feuersee, von dem ihm seine Oma immer erzählt hat und will wissen, wann es denn soweit wäre. Der krasse Engel sagt, dass das noch 1000 Jahre dauern würde. Gottseidank muss der Leser nicht so lange warten. Zweimal umblättern und links oben steht:“1000 JAHRE SPÄTER“. Dramaturgische Meisterleistung. Dann ist auch der allmächtige Gott gekommen und sagt zu Hugo im besten amtsdeutsch: „...am 7. April 1996 bist du darüber informiert worden, dass ich der einzige Weg bin, der in den Himmel führt...“ Einen Beleg hat Gott nicht mitgebracht, sowas wie den Einlieferungsbeleg für's Einschreiben oder so. Nee, Fehlanzeige. Jetzt muss sich Hugo sein ganzen Leben ansehen und erkennt dann vorbildlicherweise was für ein Dummkopf er gewesen ist. Noch einmal umblättern, letzte Seite: Der Tod ist wieder da und ruft uns herüber „Wir sehen uns!“

Aber ganz vorbei ist es noch nicht. Unsere Freunde aus der Missionarsabteilung lassen es sich nicht nehmen, uns auf der vorletzten Seite die Broschüre „Ernsthaftes Beten“ nahezulegen. Darauf zu sehen ist ein armer Kerl der am Boden kauert und von einem gigantischen Pfeil niedergedrückt wird. Toll, das sollte man mal bestellen. Verspricht erstklassige Unterhaltung.

Wer jetzt neugieriug geworden ist und mehr erfahren will, der kann sich ja mal auf www.chick-gospel.de wagen. Da gibt’s eine ganze Reihe dieser Schmankerl. Viel Vergnügen!

Tschüssi,
die Chantàle

Kommentare

1 Kommentar
#1 holgar schrieb am 30.09.2009 15:38

Mein Güte noch!
Die Leute haben ja echt den Durchblick, endlich weiss mal jemand genau, wo es lang geht.
Danke Danke Danke für den link.
Mein Leben hat eine neue Richtung genommen.
Ich habe ganz neue Ebenen des Lachens erfahren dürfen. Jetzt werde ich eines Tages diese Erde mit einem Lächeln verlassen, denn ich weiß, es gibt einen Gott.
Und der hat den Humor tatsächlich erfunden.