milzwurst deluxe

Mehr Lobpreis!

In Nomine Dünnschiss | 06.02.2009

Jetzt reicht's! Die katholische Kirche hat den Bogen endgültig überspannt. Es ist höchste Zeit auszutreten. Die haben wirklich genug Dreck am Stecken. Weiterlesen...
 

Herr, erlöse uns von dem Piepsen! | 30.08.2007

Gestern hat mich der Wecker mit etwas sehr nettem erfreut: christlichem Ohrenschmaus am Morgen. „Hei-li-ge Mariiiiiiiaaaa!“ Wundervoll. Leider hab ich dann abends vergessen, etwas anderes zu suchen... Weiterlesen...
 

Bläggmeddl, G'schebber, Gebutzdach | 07.06.2007

Black Metal ist heute mächtiger denn je. Aus diesem Anlass nun ein Review einer tollen Scheibe aus dem Jahre 1997. Sozusagen als Gratulation zum zehnjährigen (Be-)stehen in meinem Regal. Schwarzwald von Unlord. Weiterlesen...
 

Nimm Jesus!

Aus der rtv Programmzeitschrift

Sind auch Sie auf der Suche nach einer höheren Macht, die Sie anbeten können? Wollen Sie endlich mal jemandem so richtig huldigen? Sie haben aber keinen? Nehmen Sie doch einfach Jesus. Genau: Nimm Jesus! Das ist nie verkehrt. Sie haben doch sonst nichts anderes vor. So oder ähnlich steht das heute schon in Anzeigen im Fernsehprogramm.

Wie in der Waschmittelwerbung preisen sie unseren Heiland an. Nimm Jesus! Ein Bibel-Fernkurs, ja, das wär' was. Auch noch für ganz umsonst und total erleuchtend. 28 Bibelstudienbriefe umfasst diese Ausgeburt der Nächstenliebe des Internationalen Bibelstudien-Instituts. Zu finden unter www.bibelstudien-institut.de. Und damit die zukünftigen Jünger auch von diesem vollkommen unverbindlichen Angebot erfahren, macht das Institut Anzeigenwerbung in der Programmzeitschrift; in bester Gesellschaft zwischen Treppenliften und Sex-Hotlines. Man fragt sich allerdings: Wie finanziert sich dieses Institut, wenn alles kostenlos und ohne Verpflichtungen ist? Wie können die sich Anzeigen leisten? So eine Anzeige in der Programmzeitschrift kostet regulär 22.500 Euro; ein schöner Batzen Geld. Ob sich das lohnt?

Kann dieser Bibelkurs also wirklich ein Gratis-Angebot sein, das etwas Sinn in den allzu oft tristen und eintönigen Alltag alter Menschen bringen will? Oder ist es pure Geldschneiderei? Kommt das dicke Ende zum Schluss, wie in der Offenbarung? Am Ende müssen wir alle bezahlen, das wissen wir auch ohne Bibelkurs. 27 Bibelstunden kostenlos, die 28. aber dann für 999 Euro? Nö, sagen die Bibelstudierer. Wird alles durch Spenden finanziert. Man muss dazu jetzt wissen, dass „Nimm Jesus!“ und das ganze Bibelstudieninstitut zur „Stimme der Hoffnung“ gehört. Und das ist wiederum ein Medienzentrum der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten, einer im 19. Jahrhundert in den USA gegründeten evangelischen Freikirche. Klingt jetzt vielleicht obskur, ist aber keine Sekte – soweit man das als Außenstehender beurteilen kann.

Nachdem die Mitgliederzahlen in Deutschland (etwa 36.000 Mitglieder) seit Jahren nicht so recht vom Fleck kommen, mussten sich die Adventisten etwas einfallen lassen. Warum nicht Bibelfernkurse anbieten? Lasst uns die Frohe Botschaft verkündigen! Ein interessanter Zufall, dass es sich um exakt 28 Bibelstudienbriefe handelt, gibt es doch bei den Adventisten 28 Glaubenspunkte oder -artikel, auf denen die Gemeinschaft aufbaut. Es wird sich doch wohl nicht um verdeckte Missionierungsversuche handeln? Ach was soll's. Ständig versucht mich irgendeiner zu missionieren. Prinzipiell nicht weiter schlimm, aber ist es wirklich nötig? Ich hab mal angefangen und kann sagen: Es ist hochspannend! Und soweit auch kostenlos.

Mittlerweile bin ich schon bei Studienbrief 3: „Fingerabdrücke Gottes“. Ich finde, in Zeiten des Biometrischen Reisepasses ist das ein hochaktuelles und nicht zu vernachlässigendes Thema. Hier ist der Anknüpfungspunkt zum Alltag der Menschen. Wahrscheinlich haben die Adventisten diesen Punkt in ihren Glaubenskanon aufgenommen, weil man nicht mehr in die USA einreisen kann, ohne vorher den Fingerprint-Scanner zu konsultieren.
Und wie sähe das denn aus: Es ist Auferstehung, die Wiedergeburt Christi steht an und dann wird der Heiland stundenlang an der Grenze aufgehalten. Nur weil der fette Grenzbulle nicht weiß, wer vor ihm steht; und außerdem Bibelstudie 9: „Aufstand gegen Gott“ nicht gelesen hat. Die Identität des Typen mit den langen Haaren ist nicht festzustellen und irgendwie erzählt er auch pausenlos so weltfremdes Zeug. Der hat bestimmt Drogen genommen. Die Sache eskaliert und der Heilsbringer wird dann solange mit einer Taser elektrogeschockt bis wieder Christi Himmelfahrt ist. Klarer Fall von Blasphemie!
Deshalb: Vertrauen wagen, Hoffnung haben, Leben gewinnen!

Auf zum Bibelkurs,
die Chantále

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P.S.: John Harvey Kellogg (der mit den Cornflakes und der Erdnussbutter) war übrigens einer der berühmtesten Adventisten. Wieso steht das eigentlich nicht in den Anzeigen? „Nimm Kellogg's!“ Damit ließe sich doch viel besser werben ...

Senf

2 Kommentare
#2 Treppenlift schrieb am 03.05.2009 21:41

Danke für die Info.