milzwurst deluxe

Krampfadern

Penile Dermatose | 01.12.2008

Wie ein Penis sah das nicht gerade aus. „Gerda, kommst du mal bitte? Ich hab da was.“, rief Herbert. Weiterlesen...
 

Diodenharrys Lovestory | 14.11.2008

Es ist niemals feucht in seinem Träumen. Er trinkt die Sehnsucht wie Wasser nach dem langen Ritt. Eine Weile schon stand er am Fenster, ihn nahm die ganze Sache mit. Weiterlesen...
 

Komisches Zeug, Teil 1 – Heute: Poesie | 06.06.2008

Brett gerinnt. Knetmännchen gehen spazieren im Laub der Asche wilder Freude. Kammerflimmern. Der Kirchturm zieht seine Masse auf sich herab. Weiterlesen...
 

Die Glocke 2.0.9 | 07.06.2007

Fest dadurch, daß Erdleitung die Formularständer, vom Lehm brannte. Zu den Arbeiten die wir ernsthaft vorbereiten, Geziemt selbst vermutlich ein ernstes Wort; Weiterlesen...
 

Masken raus: Gasalarm!

Gesichtsgasmaske

"Herbert, Hilfe! Das riecht so komisch.“, schrie Gerda aus der Küche. „Verdammter Mist ... ich bin gleich da!“, schallte es aus dem Keller zurück.

Herbert werkelte gerade hingebungsvoll an seiner restaurierten Miniatur-Dampfmaschine und reagierte auf jede Störung gereizt. Dementsprechend genervt trottete er die Treppe hoch.

„Wie siehst du denn aus?!?“, warf er seiner Gattin beim Betreten der Küche an den Kopf. „Das ist eine Algen-Quark-Maske zur Entspannung der Gesichtshaut“, klärte Gerda ihren kosmetischen Tiefflieger von Mann auf. „Hübsch“, sagte er. „Sicher Herbert, aber jetzt komm mal her. Findest du nicht auch, dass das irgendwie komisch riecht? Und es brennt auch ein bisschen in den Augen!“ Herbert näherte sich dem grünen Gesicht, hinter dem er seine Frau vermutete und schnupperte. „Eigentlich riecht das doch ganz gut. Und es kommt mir auch irgendwie bekannt vor“, meinte er schließlich. „Herbert, aber das ist doch seltsam. Ich habe mich genau an die Anweisungen in der Zeitschrift gehalten. Dort stand nichts von so einem aufdringlichen Aroma“. Herbert machte ein nachdenkliches Gesicht, während Gerda weiter vom Herstellungsprozess erzählte: „Ich habe das angesetzt und zum Durchziehen in den Kühlschrank gestellt, da hat das aber noch nicht so merkwürdig gerochen.“ „Ja, ja, Sachen gibt’s, Gerda ...“, versuchte Herbert die Diskussion abzuwürgen und setzte zu einer – wie er meinte sehr passenden – Anekdote aus seiner Bundeswehrzeit an: „Jungs, Masken auf: Gasalarm!“, brüllte er. Schließlich sei das, was sie da im Gesicht habe, auch nur eine originelle Gasmaske. Und ihre rieche immer noch sehr viel besser, als die Gummidinger beim Bund.

Gerda verzog keine Mine. Da ging Herbert plötzlich ein Licht auf. „Weißt du, an was mich dieser Duft erinnert? An den Tiroler Bergkäse, den ich heute Morgen für Werner gekauft habe“, sagte er vor lauter Freude über seine Erkenntnis. Gerdas Blick verfinsterte sich. „Du hast den doch bestimmt sauber eingepackt, bevor du ihn in den Kühlschrank getan hast?“, fragte sie mit einem leichten Grollen in der Stimme. Herbert erwiderte: „Sicher doch. Was denkst du denn?“ „Wie hast du ihn denn eingepackt, Herbert?“, bohrte sie nach, „In welches Behältnis oder in welche Folie – und wo genau hast du ihn hingestellt?“ Herbert sah auf die Uhr und stammelte dann etwas von „Alufolie, Butterfach“. Ihm schwante, dass der erwähnte Käse vielleicht ein taktischer Fehler in diesem Ehemanöver gewesen sein könnte.

Er ging zum Überraschungsangriff über: Sie hätte doch ihre sensible Maskenpampe auch abdecken können, brodelte es aus ihm heraus. Da erkannte er plötzlich, dass er den Gegner wohl unterschätzt hatte. Er sah die Zornesröte aus den Trocknungsrissen der Algenmaske glühen und beschloss die Angeltour mit Werner spontan um ein paar Stunden vorzuziehen. Mit Fluchtgeschwindigkeit steuerte er die Wohnungstür an. Es blieb keine Zeit den Käse zu holen. Doch dieses Versäumnis sollte sich noch bitter rächen. Denn kaum hatte sich Gerda ihrer stinkigen – und ganz und gar nicht entspannenden – Gesichtsgasmaske entledigt, begann sie sogleich Herberts Dampfmaschine mit den Resten des Algenquarks und des Bergkäses aus Tirol zu sabotieren.

Punkt 22:12 Uhr am gleichen Abend riss ein markerschütternder Schrei die Nachbarschaft aus dem Schlaf – nur Gerda lag selig lächelnd in den Daunen. Herbert spürte derweil am eigenen Leib, was sein Feldwebel ihm immer einzubläuen versuchte: „Im Krieg werden die Menschen zu Bestien, Soldat, im Krieg und in der Liebe ist alles erlaubt!“

Es grüßt,
Frau Liebstöckel


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