Penile Dermatose
Wie ein Penis sah das nicht gerade aus. „Gerda, kommst du mal bitte? Ich hab da was.“, rief Herbert.
Die Bügelpresse dampfte – Gerda sah vom Wäscheberg zur Tür. „Was ist denn, Herbert? Ich kann g'rad nicht!“, schrie sie ins Badezimmer hinüber.
Gebückt stand Herbert vor dem Waschbecken und examinierte sein Gemächt. „Das ist doch nicht normal, wo kommt das denn her?“, brummte er. Plötzlich stand Gerda in der Tür. Angewidert verzog sie das Gesicht und blaffte vorwurfsvoll „Was tust du denn da?!?“ Herbert sah zu ihr auf und zuckte mit den Schultern. „Ja, also ... ich weiß auch nicht, aber da ist was.“ „Zeig mal her!“ Sie bückte sich hinunter und nahm die Lesebrille zu Hand. „Das sieht aus wie Gefrierbrand, Herbert. Was hast du jetzt wieder angestellt?“ „Nichts, das war einfach da. Gestern war noch alles in Ordnung.“ „Herbert, lüg' mich nicht an. Wo kommt das her?“
Herbert beschloss umgehend, den Urologen seines Vertrauens aufzusuchen. Der Mann im weißen Kittel sah ihn verständnisvoll an. „Herr Eisenbrey, das ist sicher sehr unangenehm. Hat Sie ja auch böse erwischt. Dieses Phänomen zwischen ihren Beinen ordnen wir den penilen Dermatosen unter – Infektiöse Schwellkörpererkrankungen.“ Herbert sah bleich aus. „Ja, aber wo kann das denn herkommen?“ „Nun, in den meisten Fällen sind es Lagerungsprobleme. Aber das ist halb so wild, Herr Eisenbrey. Achten sie nur in Zukunft nur darauf, dass sie ihre Unterwäsche regelmäßig wechseln und auch mal etwas Luft an das gute Stück lassen.“ Herbert wurde rot und nickte verschämt. „Und was machen wir jetzt akut?“ „Keine Sorge. Sie müssen nun einige Tage diesen genitalen Inkubator tragen, dieser erzeugt ein spezielles Klima, das die Erreger abtötet und die Schmerzen lindert. Außerdem verhindert er, dass Sie unnötig kratzen. Das erschwert nur den Heilungsprozess.“
Auf dem Weg nach Hause hatte Herbert eine ganz schöne Beule in der Hose. Der Inkubator trug ziemlich auf. Als er zur Tür hereinkam, wartete Gerda schon ungeduldig. „Wieso hat das denn so lange gedauert? Das Essen ist schon lange fertig!“ „Ich musste erst noch den Inkubator von der Apotheke holen“, entschuldigte sich Herbert. „Den was?!?“, entsetzte sich Gerda. „Ja, schau doch selber, dieses Teil hier. Das muss ich jetzt 1-2 Wochen tragen.“ Gerda klopfte mit dem Kochlöffel auf den Inkubator, ein blecherner Ton erklang. „Haha, so hart war's in der Gegend ja schon länger nicht“, witzelte sie. Herbert stand einfach nur da, mit halboffener, dampfender Hose und einem verblüfften Gesicht. „Ich bin dann im Keller“, sagte er trocken.
Die Eisenbahn drehte ihre Runden. Der Inkubator pfiff und dampfte im Takt. Herbert sah zufrieden aus. Die penile Dermatose, schon bald verbannt aus seiner Hose.
Es grüßt,
Frau Liebstöckel
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