Eurovision Song Contest 2007
Am 12. Mai fand der 52. Eurovision Song Contest in der Helsinki Arena statt. Der Abend stand unter dem Motto „True Fantasy“. Eine finnische Nazan Eckes, ein Schauspieler, der Irgendwas Blabla Lumpi hieß und ein rosa Schweinchen bemühten sich, locker flockig durch das „Das Bayreuth der europäischen Popmusik“ (Thomas Herrmanns) zu führen. Angesichts der folgenden musikalischen Desaster nicht so einfach. Hier ein kurzer Überblick:
1. Bosnien Herzegowina: Eine 20-jährige Maria, deren Lieblingskomponist Chaupin ist. Leider ist dieser nun mal tot und konnte ihr das Lied nicht schreiben. Aber immerhin war sie die einzige, die wie eine ehemalige Pornodarstellerin aussah. Sie sang eine Ballade von Liebe und Schmerz. Gähn. NEXT!
2. Spanien: Nach dem Las Ketchup-Debakel vom letzten Jahr schickten die lustigen Spanier eine ebenso lustige vierköpfige Boygroup ins Rennen. Die 1,50m großen Tanzschwuchteln bemühten sich sichtlich hetero zu wirken. Jedes zweite Wort des Lieds war „Corazon“. Niedlich.
3. Weißrussland: Huch! Da hat jemand versucht, James Bond-Feeling herbeizuzaubern! Das geht aber schlecht mit einem 22-jährigen Milchbubi ohne Brustbehaarung und zwei pseudo-frivolen Tanzlesben.
4. Irland: Hatte etwas von Live-Übertragung vom Treffen der freien Christen Irlands.
5. Finnland: Mortitia Addams Teil 1. Eine ehemalige Gabelstaplerin versuchte mit einer Rocknummer in Lordis Fußstapfen zu treten. Irgendwie süß...
6. Macedonien: Die erste Pornoschlampe des Abends. Ihr Kleid war viel kürzer als das von Schlittschuhläuferinnen. Lüsterne alte Säcke konnten bei einer Hebefigur einen Blick ihre halbentblößte Arschbacke erhaschen. Lied: Wen interessiert’s?
7. Slovenien: Hä? Trat die nicht eben grad für Finnland an? Die psychedelische Opernsängerin setze outfitmäßig die Mortitia Addams-Tradition fort. Gesanglich gut, trotzdem unerträglich und zahnhalskariesverursachend...
8. Ungarn: Juhu, endlich eine, die singen kann und nicht wie ein Marderschreck klingt und wie eine Fummeltriene aussieht. Ein geschmeidiger Blues vorgetragen von einer 21-jährigen Magersüchtigen.
9. Lithauen: Warum zum Henker hieß die Gruppe „The 4 Fun“? Das mit Vogelgezwitscher untermalte Lied taugte allenfalls als Relaxmusik in den Thermen oder Fahrstuhlmusik.
10. Griechenland: Ein Ricky Martin für Arme, der von seinem Management mit sichtlichen Widerwillen zum neckischen Berühren der Hüften seiner Tänzerinnen gezwungen wurde.
11. Georgien: Der nächste Möchtegern James Bond Beitrag des Abends gepaart mit gewagten Dance- und Folkloreelementen. Das Bondgirloutfit er Sängerin Sopho sitzt, die Frisur auch. Das Lied war eine billige Version „Ray of Light” von Madonna. Jahaaa, das geht.
12. Schweden: Ein(e) um 40 Jahre gealterter Tokio Hotel- Sänger(in?) mit silbernen Stöckelschuhen und Federboa sang ein Song von T-Rex. Respekt verdient die Austin Powers-Shaggedelic Pose auf der psychodelischen Disco-Drehscheibe!
13. Frankreich: Vogelwild sind sie, diese Franzosen: Singen in einer Mischung zwischen ihrer Landessprache und englisch! Schade, dass der eine Sänger mit einer schwarzen Stoffkatze um den Hals nicht von eben dieser erwürgt wurde. Oder doch? Klang schon irgendwie so...
14. Lettland: Sechs Schornsteinfeger (danke, Thomas Hermanns!) oder singende Sargträger (danke Peter Urban – besser hätte ich es nicht sagen können) schmettern ein widerlich kitschiges triefiges Lied, das von Dieter Bohlen stammen könnte. Auf italienisch. Alles klar? Wohl nicht...
15. Russland: Total Porno! Drei frivole Girls in Schulmädchenoutfit. Nicht neu leider: Tatu hat es vorgemacht... allerdings mit Zungenkuss... Das wär’s gewesen!
16. Deutschland: Juhuuu! Endlich ein Hetero! Und einer, der singen kann. DANKE!
17. Serbien: Eine lesbische „Emily the Strange“ begleitet von fünf Engeln für Charlie. Das Lied: Eine Ballade von Liebe und Schmerz. Völlig zu unrecht auf Platz eins gelandet.
18. Ukraine: Wenn Benny Hill, Elton John und eine Discokugel eine Liebesfrucht hätten produzieren können, Verka Serducha wäre sie gewesen. Leider war das Lied nur halb so schräg wie der Auftritt der ukrainischen Presswurst.
19. England: Ach du scheiße.. Was ist nur mit England passiert? Die Band Scooch belästigte Europa mit einer billigen Eurodance-Trash-Nummer. Zur besseren (V)Erträglichkeit des Liedes, sollten Zuhörer einfach das zweite „o“ des Bandnamens durch ein „t“ ersetzen und zu sich nehmen.
20. Rumänien: YMCA nur ohne Indianer und Cowboy, dafür aber mit Baguettebäcker und einem Glatzen-Clown.
21. Bulgarien: Trommeln sind Out! Die dritte Mortitia Addams des Abends und ihr Vokuhila-Leder-Freund haben das wohl verpennt. Auch egal. War eh öde...
22. Türkei: Ich bin sprachlos.... Ein lüsterner türkischer Ricky Martin mit ähnlicher sexuellern Prägung!!!
23. Armenien: Hayko sang eine leidenschaftliche Ballade von Liebe und Schmerz. Letzteres war auch beim Zuhörer deutlich spürbar.
24. Moldau: Letztes Jahr fiel genau das gleiche Lied gnadenlos durch. Aber das Management von Gracia dachte sich wohl: „Hey, lassen wir den Scheiß-Song doch nochmal von einer Moldauerin singen, die wie Mortitia Addams aussieht!“
Im Anschluss an die zum Teil musikalischen Darbietungen, gaben Frauen, die normalerweise für 0190-Hotline-Werbung arbeiten, die Punkte durch.
Letztendlich hat Serbien gewonnen. Der Rest ist Wurst!
Gruß,
der Graf


eine sehr ausgefeilte Manöverkritik des Herrn Hindenburg. Das mag wohl daran liegen, dass der Feldzug von 1914-18 so erfolgreich war, irgendwann muss man sich ja mal den Frust von der Leber oder vielleicht eher der Milz reden.... Bemerkenswert: Die sprachliche Eleganz, der Esprit. Der Glanz der Veranstaltung ist durch die Berichterstattung fast schon greifbar. Die armen Seelen, die der Veranstaltung nicht beiwohnen konnten - es sei mal dahingestellt, ob TV oder live - haben so trotzdem die Chance, den olympischen Geist von Helsinki spüren zu können.
Ein Hoch auf den Herrn Hindenburg und seine Vorliebe für Pornoqueens, Tanzschwuchteln und andere geistig Andersbefähigte.