Ich bin der Nächste in Uris Keller
Eine höhere Macht zwang uns neulich auf Prosieben zu schalten, zu „The next Uri Geller“. In gewisser Weise hat es sich sogar gelohnt: Wir haben nämlich nicht nur gelernt, wie man auf Hebräisch bis drei zählt, nein, die kaputte Armbanduhr meiner Freundin tickt wieder. Ernsthaft. Natürlich glaube ich, wie jeder andere halbwegs vernünftige Mensch, nicht an diesen Quark. Aber die Uhr tickt wieder. Sehr zur Freude meiner Liebsten, die sich den Gang zum Uhrmacher sparen kann. Ich persönlich hätte mich mehr gefreut, wenn der Löffel wie angekündigt vom Fernseher gesprungen wäre.
Auf der Suche nach dem Grund der übersinnlichen Uhrenerweckung las im Internet dann eine ganz rationale Erklärung, die mit statistischen Wahrscheinlichkeiten argumentierte. Ich muss allerdings zugeben, dass ich die Ausführungen so im Detail nicht verstanden habe – genau genommen nicht mal grob. Was solls, glauben ist eben einfacher. Uri Geller ist das beste Beispiel. Wie könnte er es sonst geschafft haben über 30 Jahre lang mit Löffel verbiegen so dick im Geschäft zu bleiben, dass er ein Vermögen von angeblich 50 Millionen Dollar angehäuft hat. Das nenne ich übersinnlich. Weil ihm das nun wohl reicht, sucht er im Fernsehen seinen Nachfolger: den „Next Uri Geller“. Die Kandidaten dafür machen sich unter Berücksichtigung des Maßstabs eigentlich ganz gut. Ob Trickserei oder Mentalismus, ihre „Performance“ entfaltet zumindest eine gewisse Wirkung – auch auf die als Echtheitszertifikat anwesenden Promi-Probanden. Denn wenn Sonya Kraus nicht über Nacht eine ziemlich gute Schauspielerin geworden ist, dann lieferte sie den eindrucksvollsten Beleg: schon beim ersten Kandidaten war sie sichtbar durch den Wind. Wer hätte gedacht, dass der Quasselautomat Sonya Kraus einmal um Worte ringt?
Die Show steigerte sich von mentaler Verbindung über Gefahren spüren, Herzstillstand und Gedankenübertragung bis hin zum Lieblingsthema jedes Esoterikers, der Kommunikation mit dem Jenseits. Dazu braucht es nur einen langhaarigen Schweizer im Gothik-Outfit, der einen durchgeknallten Raben in einer Fantasiesprache vollsülzt. Der kratzt sich dann mit dem Schnabel im Gefieder und bedeutet seinem Meister so die Geheimnisse der anderen Seite. Das war schon schräg. Aber heute braucht wohl jede Show so einen Spaßvogel – man denke nur an Küblböck oder Lorenzo ...
Bei mir stellt sich schon sehnsüchtige Erwartung auf die zweite Folge ein. Ich habe nämlich eine harte Nuss für Uri Geller: Er soll meine Autotür mental enteisen. Die friert auf mysteriöse Weise andauernd zu und lässt sich auch mit Türschlossenteiser nicht öffnen. Nachdem ich keine Lust habe, ständig durch den Kofferraum einzusteigen, setzte ich auf Uri. Wenn der mir nicht helfen kann, wer dann?
'echAd, schtey, schalOsch!
die Chantále





unglaublich! jetzt hat doch tatsächlich dieser schweizer rabenflüsterer gewonnen. dieser blöde penner.
was ich mich frage: wenn er doch als mentalist alles weiß, warum fragt er den einen promi nochmal nach seinem namen, weil er ihn vergessen hat? DAS soll mir mal jemand erklären...
Mir wurde vorhin dieser Link empfohlen
Unheimlich, unglaublich und saaagenhaft, was Uri und Konsorten so alles draufhaben. Gerade läuft es ja wieder im TV und ich werde in den nächsten Minuten zur Nichtraucherin. Den Aschenbecher habe ich in wilder Vorfreude schon durch´s Oberdach gepfeffert. Hoffen wir, dass danach nicht all meine Uhren stehenbleiben
Gruss, Mel.
ich habe des uhren-rätsels lösung: herr geller sagte doch vor seinem "trick", dass man die uhren aufziehen soll. na? na? war doch ganz einfach.
Ööööööhhhhhhh....
Wieso bin ich nicht selber drauf gekommen? So ein Mist! Mist! Mist!
Und, tickt die Uhr immer noch?
Ja, soweit ich weiß, tickt sie noch. Zwar geht sie, wie immer schon, etwas nach, aber sie läuft.