Achtung: Blähungen!
Wir haben ja schon so allerhand geflügelte Worte kommen und gehen sehen: gute wie schlechte. Bei vielen ist man sogar froh, wenn sie endlich wieder in der Versenkung verschwinden – denn besser geworden sind sie mit der Zeit nicht.
Momentan gefällt mir folgende Floskel am besten: „Wir haben da noch einiges in der Pipeline!“ In den allermeisten Fällen wird es sich dabei nicht um Erdöl handeln ...
Zugegeben, es klingt ja auch super; so als ob immer etwas Tolles nachkommt aus dieser ominösen Pipeline. Normalerweise werden in Pipelines auch Dinge transportiert, die man gut gebrauchen kann: Erdöl, Gas, Rohstoffe. Oder eben heißer Dampf. Hier liegt dann wieder die Gemeinsamkeit mit den Worthülsen der PR- und Marketing-Fritzen – die jagen ihre heiße Luft jetzt auch durch eine Pipeline. Kurz vorm Siedepunkt der verbalen Sülze pfeift's dann aus allen Ritzen und nebelt uns ein. Auf der Internetseite des Zentrum Holzwirtschaft an der Universität Hamburg zum Beispiel. Um welch grandiose Neuigkeit es sich dabei gehandelt hat, spare ich hier einmal aus.
Auch die Gewerkschafter machen mit: "Wir haben bis Weihnachten noch einiges in der Pipeline, wir halten lange durch", sagte Ver.di-Vize-Vorsitzende, Margret Mönig-Raane, der Welt zum Thema Streik im Einzelhandel. Laut PC-Welt hat auch Apple-Chef Steve Jobs gesagt: "Es war ein vervorragendes Quartal für uns, und wir haben noch einiges in der Pipeline". Ich hätte gerne das Original-Zitat gelesen. „We have something in the pipeline“ – klingt doch eher nach einem Knoten als nach wunderbaren neuen Iphones und Icars und Isofas oder was auch immer da noch kommen mag. Was da genau in dieser Pipeline stecken soll, verrät eh nie einer. Wahrscheinlich gibt es gar nicht konkretes. Es soll nur so eine Andeutung sein á la „Wir sind mega-innovativ und haben ständig Neuheiten auf Lager, die euch überwältigen werden!“ Wenn man sie denn mal raus kriegen würde aus der Pipeline ... Vielleicht hilft ja ein „antriggern“, um in der Fachsprache zu bleiben.
An einer Stelle hat die Blähfloskel dann doch ganz gut gepasst: "Wir haben noch einiges in der Pipeline", sagte der Aufsichtsratsvorsitzende von Schalke 04, Clemens Tönnies, kurz bevor der Fußball-Bundesligist eine noch engere Liaison mit dem größten Energie- und Gaskonzern Russlands einging. Gazprom soll in den kommenden fünfeinhalb Jahren bis zu 100 Millionen Euro durch seine Geld-Pipeline nach Schalke transportieren. Im Erfolgsfall, wie es heißt. Na, dann viel Glück, sonst war auch diese Meldung wieder nur heiße Luft.
Tschüssikowski,
die Chantále





ich will den mit den blöden amis
Also ich hätte da noch zwei Milzwurst-Beiträge in der Pipeline...über lästige Laubbläser und verrückte Amerikaner...
