milzwurst deluxe

Was'n nu noch?

MVG. Ein Drama in sechs Akten | 06.04.2008

Jeden Monat gebe ich Geld aus, um guten Gewissens U-Bahn zu fahren. Diesen Monat habe ich vergessen, meine Karte rechtzeitig zu kaufen. Leider. Weiterlesen...
 

Warum Frankfurt scheiße ist und bleibt | 06.04.2008

Ich war jetzt viermal in Frankfurt am Main. Was soll ich sagen? Es ist hässlich. Die Menschen sind unsympathisch. Und die Gerüche abenteuerlich, im negativen Sinne. Deshalb würde ich da niemals hinziehen wollen Weiterlesen...
 

Das Todeslaken | 30.12.2007

Ich muss vielleicht bald sterben. Ich oder ein anderes geliebtes Mitglied der Familie. Es ist unausweichlich. Meine Schwiegermutter in Spe hat gewaschen. Weiterlesen...
 

Bahnfahrer 2. Klasse

Ah, das tut gut...

Mit dem regionalen Zugverkehr in Deutschland ist es wie mit den Menschenrechten in China: verfahrene Situation ohne Aussicht auf Besserung. Man muss nur mal versuchen, nach halb zehn abends von Nürnberg nach München zu fahren, ohne dafür den feudal bepreisten ICE nutzen zu müssen. Kann man vergessen, dauert mindestens sieben Stunden und zwei Minuten. In den fünf Stunden, die man dabei in Augsburg sitzt, kann man sich dann super Gedanken über die mobile Zwei-Klassen-Gesellschaft machen. Während nämlich zwischen halb zehn und halb vier morgens keine vernünftige Verbindung mit Regionalzügen zustande kommt, fahren fünf ICEs nonstop bis München. Ähnlich schwierig wird es, wenn man versucht, halbwegs zeitnah wieder aus Mainz herauszukommen. Fehlanzeige, da scheint noch kein Zug pünktlich abgefahren zu sein. Außer den ICEs natürlich. Die Fahrgäste mit schmalem Budget schauen den schicken Schnellzügen hinterher, während die kratzige Lautsprecherdurchsage verkündet, dass sich der eigene Zug nach 45-minütiger Verspätung doch noch für einen Lokschaden entschieden hat.

Eigentlich ist es ja schon genauso abgedroschen, über die Deutsche Bahn zu schimpfen, wie über die Menschenrechtslage in China. Aber das muss sein: Da passiert sonst ja nie was! Es wird zwar immer beteuert, man tue alles um die ohnehin schon gute Lage weiter zu verbessern, faktisch passiert aber gar nichts. In China werden kritische Journalisten und Blogger stattdessen bedroht und einfach weggesperrt. Bei der Bahn verkommt das Schienennetz, auf dass es vor Langsamfahrstellen überquelle. Dass dann kein Zug mehr pünktlich ist, braucht nicht weiter zu wundern. Also verpasst man den Anschlusszug, sitzt herum, wartet, ärgert sich, weil der nächste Zug ausfällt und besteigt den nächsten Regionalexpress voll mit Verrückten, die genervt und zu allem bereit sind. Das kann doch nicht so weitergehen.

Ich wünsche mir deshalb, dass die Deutsche Bahn die nächsten Olympischen Spiele ausrichtet; damit sie im Fokus der Öffentlichkeit steht; damit der Druck wächst; damit alle den Börsengang boykottieren; damit alle Medien über die Missstände berichten. Bis die Führung der Deutschen Bahn nicht mehr anders kann, als einzulenken und die Charta der Allgemeinen Fahrgastrechte anerkennt.

Tschüssi,
die Chantále

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P. S.: Viele Grüße an die drei alkoholabhängigen Proll-Russen, die uns stundenlang mit Schuhplattler-Mucke aus ihren Handys beschallt haben. Viele Grüße auch an den ätzenden Grantlmeier, der uns total grundlos blöd angemacht hat, weil seine Frau angeblich nicht in Ruhe „Für Sie“ lesen konnte. Ein herzliches Hallo an den korpulenten Ösi, der mit uns für satte 50 Cent bis nach Nürnberg gefahren ist. Und zu guter Letzt noch viele Grüße auch an den Fanclub des 1. FC Nürnberg, der so schön mit dem geistig zurückgebliebenen Dinosaurier-Fan über die Länge prähistorischer Tausendfüßler diskutiert hat. „15 Meter?! Leck mich am Arsch!“ 'ne 0,7er Roter Zarewitsch® auf euch Arschlöcher! Prost!


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