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Beautiful Bronzing

Mein gebronzter Bauch

Beautiful Bronzing stand in der Überschrift der Girly-Zeitschrift. Ich starrte auf die Wörter und grübelte, was die zugedröhnten Redakteusen sich dabei wohl gedacht hatten. Da ich einigermaßen unerfahren bin mit östrogenen Pubertätsmedien, konnte ich mir einfach keinen Reim darauf machen, was denn nun dieses Bronzing schon wieder sein soll. Manchmal ist es besser, ein bisschen ignorant zu sein, doch leider plagte mich die Neugier.

Was auch immer Bronzing genau ist, es muss von Haus aus jedenfalls nicht ansprechend genug sein, so dass man es lieber beautiful machen sollte. Der Mangel an Schönheit trifft schon für das Wort selbst zu. Da hilft die Alliteration auch nicht viel. Bronzing, das klingt irgendwie abstoßend. So wie Rogen. Oder wie Brunzen. Das will doch keiner mit sich machen – beautiful hin oder her. Aber anscheinend gibt es dafür doch eine Zielgruppe, sonst hätte diese Qualitätszeitschrift für Minderjährige nicht eine ganze Seite drüber gemacht.

Nach der Lektüre der ersten Zeilen glaube ich, dass die mit Bronzing so was wie Bräunen meinen – also den Vorgang, der die goldgelbe Kruste auf den Pommes erzeugt. Das geht heute auch ohne Sonne oder Solarium; und auch ohne Fritteuse. Man kann dazu nämlich Paste verwenden, oder Creme. Und wer hätte das gedacht? Mit Selbstbräunern geht das Bräunen wie von selbst, voll schnell und unkompliziert. Die Teenie-Zeitschrift zeigt, wie's geht. Abertausende orangefarbene Kiddys erscheinen vor meinem geistigen Auge. Sie erzählen sich gerade gegenseitig, wie sie sich gestern „gebronzt“ haben und dass ihr Teint nun super zur Dolce&Gabana-Sonderedition ihres Handys passt.

Dennoch ist das Do-it-yourself-Pastensolarium nicht ohne Tücke. Das kann auch wirklich schlimm schiefgehen. Wenn man nämlich nicht aufpasst, gibt’s ganz hässliche, ungleichmäßige, orangebraune Flecken. Dann sieht man aus, wie die Patienten nach einer orthopädischen Operation, die zur Desinfektion mit Jod eingerieben wurden. Beautiful, das bronzt. Nicht dass jetzt einige auf falsche Ideen kommen: Ich empfehle ausdrücklich nicht, Jod zum Bräunen zu verwenden. Da schlägt nur der „Fleckenteufel“ zu, wie sie es in der Zeitschrift nennen. Aber auch dafür haben sie noch einen Tipp: „Reibe das Zuviel an Bräune einfach mit einer halben Zitrone ab, das mildert die Flecken etwas.“ Prächtig. Da hätte man aber lieber einen eigenen Artikel für die nächste Ausgabe machen sollen: „Zitronen, das natürliche Antibronzium!“

Tschüssi,
die Chantále

P.S.: Bronzing geht auch mit Kinderschuhen. Siehe hier: http://www.kindershoe.com/shoebronzing.html


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