Das Terror-Küken
Die Terroristen werden immer jünger. Ein 13-jähriger Junge aus dem niederbayerischen Rotthalmünster hat mit Zutaten aus der Apotheke hochexplosiven Sprengstoff hergestellt. 300 Gramm hat die Polizei im Zimmer des Bengels gefunden. Dieser ist erst mal nach Gran Canaria geflüchtet. Zusammen mit seiner Oma als Geisel versteckt er sich dort wahrscheinlich in der kargen Bergregion. Vielleicht in einem Erdloch. Telefonisch hat er sich zum Bau der Bombe bekannt. Da haben wir's wieder. Wir brauchen mehr Überwachung! Schäuble hat vielleicht doch recht. Wenn wir jetzt schon soweit sind, dass die Halbstarken der Al-Qaida nacheifern! Telefonüberwachung! Wanzen im Kinderspielzeug! Abhören des Babyfons!
Der kleine Osama wollte mit dem explosiven Gemisch eine Straßenlaterne sprengen. Der Beweis! Er wollte öffentliche Einrichtungen zerstören, die Demokratie in ihren Grundfesten erschüttern. Von der Laterne zum Mülleimer, zur S-Bahn, zum Flughafen, zum Reichstag. Gut, dass die Behörden und die Polizei rechtzeitig eingegriffen haben. Und doch hätten sie noch früher handeln können. Die Anleitung hatte der Nachwuchs-Terrorist vermutlich aus dem Internet. Na, hat's der Schäuble nicht gewusst? Online-Durchsuchung. Auch bei 13-jährigen! Bestimmt interessant, was man da noch so alles findet...
Zur Entlastung des armen Jungen, der nun wahrscheinlich sein Leben lang auf der schwarzen Liste des BND steht, soll hier dennoch etwas vorgebracht werden: Wahrscheinlich wollte er die Laterne nur sprengen, weil sie jede Nacht durch sein Fenster direkt in sein Gesicht geschienen hat und sein Papa damals an den Rollläden gespart hat. Das hielt er irgendwann nicht mehr aus und musste handeln. Klar, man muss nicht gleich alles in die Luft jagen, was einem auf die Nerven geht, aber wir leben schließlich in einer gefährlichen Welt. Wobei, die Straßenbauarbeiter vor meiner Tür gehen mir auch langsam auf die Nerven. Vielleicht such ich mal nach Rezepten im Internet. Am besten solche, die mit flüssigem Teer eine verheerende Wirkung entfalten. Wie wäre es zum Beispiel mit Federn? Ja, das ist gut.
Tschüssi,
die Chantále



