milzwurst deluxe

Sonst noch was?

Nie wieder, Indianerehrenwort! | 16.06.2008

Warum Pilze spannender sein können als Fußball und wie sich der Genuss von Speitäublingen auf Partys zu verheerenden Spätfolgen entwickeln kann, lesen Sie hier! Aber garantiert nur ein einziges Mal. Weiterlesen...
 

Ich war Teil einer Untergrundbewegung | 23.10.2007

Welche Rückschlüsse kann man nun für die Münchner U-Bahn ziehen, wenn man sich das nebenstehende Bild ansieht? Aufgenommen an der Haltestelle Fraunhoferstraße. Seit wann ist diese U-Bahn-Station bitte schon undicht, wenn da Tropfsteine wachsen? Weiterlesen...
 

Captain Trash returns! | 07.06.2007

Was ist nur wieder mit der Mode los? Die Herren und Damen in den Designabteilungen der Modeindustrie wollen uns in regelmäßigen Abständen die Mode vergangener Jahrzehnte als neu andrehen. Weiterlesen...
 

Das Todeslaken

Der Tod!

Ich muss vielleicht bald sterben. Ich oder ein anderes geliebtes Mitglied der Familie. Es ist unausweichlich. Meine Schwiegermutter in Spe hat gewaschen. Bettzeug! Und aufgehängt. In den Raunächten! Jetzt wird bald jemand sterben, sagen die auf Arbeit. Oder noch schlimmer: Der, der darin schläft, wird sterben. Sagt die eine, die einmal ein Buch über so etwas gelesen hat. Das geht nicht, wieso hat man ihr das nicht früher gesagt? Die Schwiegermutter will das Bettzeug wegwerfen. Oder noch besser: verbrennen. Oh, ja. Sie blickt forschend zum Kachelofen. Das Blöde ist nur, es ist mein Bettzeug.

Ich weigere mich: „So ein Quatsch! Zieh es über, dann schlafe ich heute Nacht drin.“ „Neiiiin“, schreit es aus zwei Richtungen gleichzeitig. Die eine ist meine Freundin. „Das war doch nicht sehr teuer – ist von Ikea, oder? Das geb ich euch zurück“, sagt die Totengräberin. Stimmt zwar, aber schließlich geht es ums Prinzip. Meine Versuche, mit der Gregorianischen Kalenderreform und der Einführung des Schaltjahrs zu argumentieren, schlagen fehl. Das Bettzeug soll verbrannt werden. Ich wechsle die Taktik und versuche es mit Umgekehrter Psychologie. „Du, das Klappern in der Heizung heute morgen, vielleicht war das gar nichts Technisches. Der Heizungsbauer sagt auch, alles ist normal. Was, wenn das die Knochen der Toten waren, die da geklappert haben. Die kommen uns jetzt holen.“ Die Weiblichkeit schreit. Immer müsse ich alles noch schlimmer machen. Die Oma wird angerufen. Die sagt auch: „So ein Humbug, wir sind doch Christen. In der Bibel steht davon nix!“ Die hat sie schon fast ganz durchgelesen. „Was, wenn das erst in der Offenbarung steht?“ Naja, thematisch könnte das passen. Je länger ich allerdings drüber nachdenke, desto weniger möchte auch ich drin schlafen. Scheiße, deswegen gibt es Bücher über diesen Mist... Nein, ich bleibe dabei: Das ist Bullshit. Dieser Aberglaube hält sich so lange, weil immer irgendjemand Bettzeug wäscht und immerzu irgendeiner stirbt. Das ist eben so. Nur weil gerade zufällig zwischen Weihnachten und Neujahr ist, sollen wohl alle Wäschereien zusperren? Da gäb's doch sonst Tote, wie am Fließband.

Kleidung, die man am Körper trägt, darf man übrigens waschen. Ich vermute das hat rein praktische Gründe, weil auch die abergläubischten unter uns irgendwann gemerkt haben, dass sie nur eine begrenzte Anzahl Unterhosen haben. Oder nicht? Kommt etwa daher dieser Irrglaube mancher Menschen, dass Unterhosen wechseln Unglück bringt? Genauso wie schwarzen Katzen zwischen den Jahren gebrauchte Unterwäsche anzuziehen und sie rückwärts unter einer Leiter durchgehen zu lassen. Also, wenn das mal nicht sieben Jahre schlechten Sex gibt. Sofern solche Perversen, die Katzen dreckige Unterhosen anziehen, überhaupt Sex haben ... Aber ich schweife ab.

Es wurde nun entschieden, dass die Bettwäsche der Kleiderspende zugeführt wird; weils im Ofen sonst zu viel Flugasche gibt. Eine vermeintlich „saubere Lösung“. Allerdings wird das Ganze so zu einer Art Russisch Roulette. Eines Tages wird irgendeine arme Seele ihr Bett damit beziehen, ohne auch nur zu ahnen, dass sie gerade das Verderben über die Kissen streift... Das Verderben! Muhahahaaaaaarrrrrrr, Muuuuhaaahaaharrrrrrr!

Ruhet in Frieden,
die Chantále

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