Ein Tag am See
Na, da habe ich doch mal Glück gehabt und endlich mal einen freien Tag MIT Sonne erwischt. Da bot sich doch ein erholsamer Nachmittag mit Freunden am See an. Man suchte sich ein lauschiges Plätzen (indem man sichergestellt hat, dass keine notgeilen Rentner oder lärmenden Kinder in der Nähe liegen) und machte es sich im Grünen gemütlich.
Hach, war das schön! Nur wir, eins mit der Natur! Herrlich!
Doch Pustekuchen!
Es nahte eine Horde halbwüchsiger, grässlicher Asso-Pärchen mit einem Kasten Bier heran. Mit im Schlepptau: Eins ihrer weiblichen, dauergewellten Erzeuger samt zwei Tropi-Kindern im Alter von geschätzten vier und sechs.
Und wo zum Henker machten die sich breit? Richtig! Genau 30cm (ungelogen) von unserem kuscheligen Erholungsparadies entfernt! Ich sollte an dieser Stelle erwähnen, dass es auf der schönen Wiese noch genug Platz gab, um einen Anstandsradius von mindestens 10m (wenn nicht mehr) einzuhalten. Aber gut, so ein Pack kennt ja so was wie Anstand nicht, geschweige denn irgendwas, was der Bedeutung von „Erziehung“ nahekommt.
Die Pärchen begannen zu trinken (war ja auch schon gut nach 9h) und die Mutti fing mit ihrem Kleinen ein heiteres Volleyballspiel an, das ungefähr zwei Meter von unserer kleinen Oase entfernt stattfand. Da kleine Kinder bekanntlich Grobmotoriker und dadurch nicht in der Lage sind Bälle richtig zu werfen geschweige denn zu fangen, kam es, wie es kommen musste: Der aufblasbare Ball landete gefühlte 50.000 mal auf unserer Decke, in unseren Pommes, auf den Rucksäcken, in unseren Getränken oder wahlweise auch auf diversen schmerzempfindlichen Körperteilen.
Ein einfaches „Entschuldigung! (Es tut mir so leid. Hätte ich nur die Pille genommen!“ - nur so als Idee)!“ wäre da echt sehr erfrischend gewesen.
Das zum einen.
Zum anderen schafften es sich die sprachlich und logisch sehr eingeschränkten Halbstarken sich über die Problematik des Grillfleisch-Beschaffens am Feiertag zu unterhalten. Laut und sich penetrant wiederholend. Hier ein Beispiel:
„Ja, und wo kriegen wir jetzt Grillfleisch her?“ – „Fahren wir halt zur Tankstelle.“ – „ Aha, und wo sollen wir Grillfleisch kaufen?“ – Ja, bei Allguth (= der Name einer Tankstelle, Anm. der Red.).“ – „Also, wir hätten zwar einen Grill, wir brauchen noch Fleisch!“ usw. usw.
Das war’s dann endgültig mit der Erholung. Vielen Dank auch!
Dabei ist es doch wirklich simpel, an einem Badesee auf einen guten gemeinsamen Nenner zu kommen. Hier einige nützliche Tipps:
- Nicht in meine Nähe legen!
- Nicht in meiner Nähe Ball spielen!
- Nicht in meiner Nähe rumgrölen!
- Nicht in meiner Nähe essen, was unangenehm riecht!
- Nicht in meiner Nähe den nassen Hund sich ausschütteln lassen!
- Nicht in meiner Nähe Pickel ausdrücken!
- Nicht in meiner Nähe laut telefonieren/lachen/furzen!
- Nicht in meiner Nähe fett sein und einen Bikini oder enge Badehose anhaben!
Gruß,
der Graf





Jaja, Niveau ist eben keine Feuchtigkeitscreme.
Aber der Text bedient sich, wahrscheinlich aus Stilmittel, einiger Auslassungen. Meinem Bildungsauftrag folgend möchte ich gern Ergänzungen einbringen.
Schon die fast nackten alten Männer vergessen, die unter Mordsgequietsche ihrer Luftpumpe das vergammelte Schlauchboot aufgeblasen haben. Also, schön ist was anderes.
Oder ein anderes Gespräch des Proletenhaufens? "Och, gugg mal da hinten. Die kenn ich." - "Wo denn?" - "Da hinten." - "Ich glaub die kenn' ich auch" - "Wen denn?" - "Die da hinten." - "Stimmt, aber wie heißt die denn?" - "Weiß ich nicht, aber das ist doch die mit den dicken Boobs" - "Stimmt, los, laß uns mal hingehen." - "Warte mal, wir können doch nicht einfach so hingehen"..., sprach er, machte sich ein neues (ich wollte erst 'frisches' schreiben, aber wir wußten ja inzwischen, dass das Bier leider lauwarm war) Bier auf und marschierte los...
Von der lauten aufdringlichen Lache der alten Frau mit dem hellblauen Badeanzug voller aufgedruckter Wassertropfen (wahrscheinlich wollte sie frisch und spritzig wirken) will ich gar nicht reden.
So long
Der Editior