milzwurst deluxe

Gimme more!

Taubenscheiße! | 05.06.2007

Ich hasse Tauben. Am ekligsten sind die aus der Stadt, die nur Stumpen und Scheißeklümpchen als Füße haben. Außerdem sind sie noch dümmer als trockenes Toastbrot... Weiterlesen...
 

No Rindvieh, no Cry! | 19.04.2008

Rastamann sitzt hinter der Biotonne und flötet sich eins. Seit geraumer Zeit schon geht mir damit auf die Nerven. Zwischendrin schlägt er immer wieder Holzstöcke aufeinander, einen nach dem anderen. Plock, plock. Weiterlesen...
 

Koi-Turnen und Katzengulasch | 12.07.2007

Ratter Ratter Rumms, Ratterrumms, Pflatsch. Ich sehe einen Mann, der ein Wägelchen hinter sich herzieht. Auf dem Wägelchen steht eine transparente Plastikbox mit Wasser. Weiterlesen...
 

Weihnachten im Arsch | 24.12.2007

Es gibt diese Abende an denen fühlt man sich unglaublich toll. Wenn alle in derselben Kneipe zusammenkommen und über die guten alten Zeiten philosophieren. Wie immer eigentlich. Nur dieses Mal war es irgendwie scheiße. Weiterlesen...
 

Männer, auf zur Rebellion! | 03.11.2008

Weltmännertag, diesen Mist können sich nur Frauen ausgedacht haben. Wie könnte er sonst so gnadenlos sein Thema verfehlen? Weiterlesen...
 

Enddarmdrama in Westfalen

Statt Schoko nur noch Kohl - das blieb nicht ohne Folgen.

Gisela F. traut sich endlich wieder vor die Tür. Die monströse Frau aus dem Westfälischen war jahrelang wie eingesperrt in den eigenen vier Wänden. Nun hat sie wieder Hoffnung auf ein normales Leben – doch der Weg dahin war lang und stinkig.

Obwohl die Scham wegen ihres unförmigen Leibes Gisela schon vor Jahren in die Isolation trieb, spielte zuletzt immer mehr die Angst die entscheidende Rolle. Nach unzähligen, fehlgeschlagenen Diätversuchen hatte sie mit ihrer neuen Kohlsuppenkur zwar endlich eine Methode gefunden, die wirkte, doch verursachte sie verheerende Kollateralschäden in der ganzen Nachbarschaft. Bis ans andere Ende der Klosterstraße grollte ihre wütende Flatulenz. Die gepeinigten Nachbarn drohten schon bald, sich grausam dafür zu rächen.

Alles wirkte wie eine Geschichte, in der es scheinbar nur Opfer geben konnte. 113 Kilo hatte Gisela in den letzten Wochen abgespeckt – doch zu welchem Preis? „Am schlimmsten war die Einsamkeit!“, klagt sie. „Ich fühlte mich wie Louis de Funès in diesem Film mit den Außerirdischen. Aber nicht mal die kamen mich besuchen.“ Stattdessen erntete Gisela nur Spott und Verachtung. Dieses ohrenbetäubende Gefurze könne man sicher bis in die nächste Galaxie hören, ätzten die aufgebrachten Nachbarn. Selbst Verwandte und Freunde mieden Gisela. Einsam und allein löffelte sie jeden Tag ihre vier bis fünf Liter Kohlsuppe – mit entsprechenden Knalleffekten an der Hintertür. Bis eine dichte Dunstwolke die ganze Nachbarschaft umgab und keiner mehr dem Haus zu nahe kommen wollte. Selbst der Briefträger warf die Post einfach bei voller Fahrt aus dem Autofenster. Inge Mertens aus Nummer 8 weiß genau, warum: „Sie glauben ja nicht, was für Abgase so ein Fünf-Zentner-Arsch absondern kann. Und dann der Krawall!“ Ihre Kinder seien nachts oft schreiend aufgewacht, wenn es wieder eine Eruption in Giselas Darm gegeben habe. Rudolf Peters traf es wohl am schlimmsten: Er wohnt direkt neben Gisela. Drei tote Eichhörnchen hat er schon in seinem Vorgarten gefunden. Die Abgase stiegen hoch in die Baumwipfel und erstickten die Tiere im Schlaf, weiß er zu berichten. „Sie müssen einfach runtergeplumpst sein wie überreife Äpfel. „Manchmal hatte ich sogar Angst, dass auch ich eines Tages nicht mehr aufwache“, gesteht er kleinlaut. Gisela ist der Vorfall peinlich, obwohl sie betont, mit dem Tod der Tiere nichts zu tun zu haben.

Schon drei Wochen nach Beginn der Diät war die Situation für alle unerträglich geworden. Die Nachbarschaft hatte mittlerweile versucht, Gisela mit einer Unterschriftenaktion zur Aufgabe der miefigen Abspecktour zu bewegen. Vergebens. Auch ein vom Bürgermeister befürwortetes Verbot wegen Verletzung von Umweltauflagen ist am Einspruch des selbst fettleibigen Amtsrichters gescheitert. In ihrer Not haben Nachbarn und Freunde bereits für eine Fettabsaugung zusammengelegt. Doch Gisela wollte davon nichts wissen. „Für mich war es unheimlich wichtig, es aus eigener Kraft zu schaffen. Auch wenn es ewig gedauert hätte.“

Sie blieb hart, und so schaukelte sich die Sache weiter hoch – die örtliche Presse berichtete mehrfach unter Überschriften wie „Stinkbombenterror“ und „Olfaktorische Folter“. Einmal forderte sie gar ein Biowaffen-Verbot in der Klosterstraße, wo es mittlerweile „schlimmer als in Guantánamo“ sei. Auch Gisela konnte die permanenten Anfeindungen kaum mehr ertragen. Männer mit Atemmasken marschierten schon vor ihrem Haus auf und warfen Beutel mit Veilchen-Duftöl gegen die Wände, um den Gestank zu übertünchen – mit mäßigem Erfolg. Dann machten auch noch Gerüchte über Lynchjustiz die Runde, eine Verschwörung sei im Gange. „Zur Not mache ich hier den Stauffenberg!“, soll Feldwebel a. D. Martin Gerster über den Zaun gebrüllt haben.

Gerade als die Sache endgültig zu eskalieren drohte, nahte Rettung. Dem Bauern Georg Meiser waren wegen des Ausbruchs von Schweinegrippe gerade alle 82 Tiere getötet worden. So fehlte ihm nun zum denkbar schlechtesten Zeitpunkt der Brennstoff für seine nagelneue Biogasanlage. Doch als er von der Situation in der nahe gelegenen Klosterstraße Wind bekam, hatte er die zündende Idee. Der findige Bauer baute kurzerhand seine alte Melkmaschine in eine Flatulenzabsaugung um. Damit fuhr er zu Giselas Haus und legte eine kleine Pipeline bis zu seinem Hof.

Die Biogasanlage läuft seitdem auf Hochtouren und heizt höchst effizient die Häuser der Umgebung. Nun wünschen sich schon einige, Giselas Kohldiät möge niemals enden. Doch auch dafür hat Bauer Meiser schon vorgesorgt. Seinen leeren Stall will er zur Wellness-Oase für abspeckwillige Wuchtbrummen umbauen lassen und das Ganze als Bauernhof-Diät-Event anbieten. Der Biokohl soll von seinen Feldern kommen, das überschüssige Gas will er ins öffentliche Netz einspeisen. Und auch für Gisela wird ein Traum Wirklichkeit: Sie ist bereits als Modell für die Werbespots engagiert. Selbst die Nachbarn können wieder erleichtert aufatmen. Das Enddarmdrama neigt sich einem verdaulichen Ende zu.

Pups,
die Chantále

 


=> Diese Seite per E-Mail weiterempfehlen! <=

Wer hat eine eigene Meinung?

1 Kommentar
#1 Kalle schrieb am 19.06.2009 17:49

113 Kilogramm in den letzten Wochen??? Wie viele Wochen waren das denn? Doch bestimmt Jahre, oder?