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Gimme more!

Warum FI-Schalter für die Verspätungen bei der U-Bahn verantwortlich sind | 12.08.2007

Es gibt viele Dinge, die ich hasse. Eins davon sind Selbstmörder, die sich mitten in der Rush-Hour vor die U-Bahn werfen und mir so meinen wohlverdienten Feierabend versauen. Weiterlesen...
 

Beautiful Bronzing | 27.08.2008

Bronzing, das klingt irgendwie abstoßend. So wie Rogen. Oder wie Brunzen. Das will doch keiner mit sich machen – beautiful hin oder her. Weiterlesen...
 

Ein Tag am See | 16.08.2007

Na, da habe ich doch mal Glück gehabt und endlich mal einen freien Tag MIT Sonne erwischt. Ein erholsamer Nachmittag mit Freunden am See steht an. Herrlich! Doch Pustekuchen! Weiterlesen...
 

Das Steffi-Problem und andere Vorurteile... | 22.01.2008

Wer kennt das nicht: Damals im Kindergarten gab es diese eine Person, die schon damals im zarten Alter von fünf total scheiße war. Bei mir hieß diese Person Steffi. Seitdem habe ich große Probleme mit Menschen, die Steffi heißen. Weiterlesen...
 

Liebe kann man nicht immer riechen! | 10.11.2007

Eigentlich wollte ich etwas über Klingonen schreiben. Mir ist dann aber aufgefallen, dass es schon so wahnsinnig viel über Klingonen gibt, vor allem im Internet. Da lief mir Eva Herman über den Weg. Weiterlesen...
 

Enddarmdrama in Westfalen

Statt Schoko nur noch Kohl - das blieb nicht ohne Folgen.

Gisela F. traut sich endlich wieder vor die Tür. Die monströse Frau aus dem Westfälischen war jahrelang wie eingesperrt in den eigenen vier Wänden. Nun hat sie wieder Hoffnung auf ein normales Leben – doch der Weg dahin war lang und stinkig.

Obwohl die Scham wegen ihres unförmigen Leibes Gisela schon vor Jahren in die Isolation trieb, spielte zuletzt immer mehr die Angst die entscheidende Rolle. Nach unzähligen, fehlgeschlagenen Diätversuchen hatte sie mit ihrer neuen Kohlsuppenkur zwar endlich eine Methode gefunden, die wirkte, doch verursachte sie verheerende Kollateralschäden in der ganzen Nachbarschaft. Bis ans andere Ende der Klosterstraße grollte ihre wütende Flatulenz. Die gepeinigten Nachbarn drohten schon bald, sich grausam dafür zu rächen.

Alles wirkte wie eine Geschichte, in der es scheinbar nur Opfer geben konnte. 113 Kilo hatte Gisela in den letzten Wochen abgespeckt – doch zu welchem Preis? „Am schlimmsten war die Einsamkeit!“, klagt sie. „Ich fühlte mich wie Louis de Funès in diesem Film mit den Außerirdischen. Aber nicht mal die kamen mich besuchen.“ Stattdessen erntete Gisela nur Spott und Verachtung. Dieses ohrenbetäubende Gefurze könne man sicher bis in die nächste Galaxie hören, ätzten die aufgebrachten Nachbarn. Selbst Verwandte und Freunde mieden Gisela. Einsam und allein löffelte sie jeden Tag ihre vier bis fünf Liter Kohlsuppe – mit entsprechenden Knalleffekten an der Hintertür. Bis eine dichte Dunstwolke die ganze Nachbarschaft umgab und keiner mehr dem Haus zu nahe kommen wollte. Selbst der Briefträger warf die Post einfach bei voller Fahrt aus dem Autofenster. Inge Mertens aus Nummer 8 weiß genau, warum: „Sie glauben ja nicht, was für Abgase so ein Fünf-Zentner-Arsch absondern kann. Und dann der Krawall!“ Ihre Kinder seien nachts oft schreiend aufgewacht, wenn es wieder eine Eruption in Giselas Darm gegeben habe. Rudolf Peters traf es wohl am schlimmsten: Er wohnt direkt neben Gisela. Drei tote Eichhörnchen hat er schon in seinem Vorgarten gefunden. Die Abgase stiegen hoch in die Baumwipfel und erstickten die Tiere im Schlaf, weiß er zu berichten. „Sie müssen einfach runtergeplumpst sein wie überreife Äpfel. „Manchmal hatte ich sogar Angst, dass auch ich eines Tages nicht mehr aufwache“, gesteht er kleinlaut. Gisela ist der Vorfall peinlich, obwohl sie betont, mit dem Tod der Tiere nichts zu tun zu haben.

Schon drei Wochen nach Beginn der Diät war die Situation für alle unerträglich geworden. Die Nachbarschaft hatte mittlerweile versucht, Gisela mit einer Unterschriftenaktion zur Aufgabe der miefigen Abspecktour zu bewegen. Vergebens. Auch ein vom Bürgermeister befürwortetes Verbot wegen Verletzung von Umweltauflagen ist am Einspruch des selbst fettleibigen Amtsrichters gescheitert. In ihrer Not haben Nachbarn und Freunde bereits für eine Fettabsaugung zusammengelegt. Doch Gisela wollte davon nichts wissen. „Für mich war es unheimlich wichtig, es aus eigener Kraft zu schaffen. Auch wenn es ewig gedauert hätte.“

Sie blieb hart, und so schaukelte sich die Sache weiter hoch – die örtliche Presse berichtete mehrfach unter Überschriften wie „Stinkbombenterror“ und „Olfaktorische Folter“. Einmal forderte sie gar ein Biowaffen-Verbot in der Klosterstraße, wo es mittlerweile „schlimmer als in Guantánamo“ sei. Auch Gisela konnte die permanenten Anfeindungen kaum mehr ertragen. Männer mit Atemmasken marschierten schon vor ihrem Haus auf und warfen Beutel mit Veilchen-Duftöl gegen die Wände, um den Gestank zu übertünchen – mit mäßigem Erfolg. Dann machten auch noch Gerüchte über Lynchjustiz die Runde, eine Verschwörung sei im Gange. „Zur Not mache ich hier den Stauffenberg!“, soll Feldwebel a. D. Martin Gerster über den Zaun gebrüllt haben.

Gerade als die Sache endgültig zu eskalieren drohte, nahte Rettung. Dem Bauern Georg Meiser waren wegen des Ausbruchs von Schweinegrippe gerade alle 82 Tiere getötet worden. So fehlte ihm nun zum denkbar schlechtesten Zeitpunkt der Brennstoff für seine nagelneue Biogasanlage. Doch als er von der Situation in der nahe gelegenen Klosterstraße Wind bekam, hatte er die zündende Idee. Der findige Bauer baute kurzerhand seine alte Melkmaschine in eine Flatulenzabsaugung um. Damit fuhr er zu Giselas Haus und legte eine kleine Pipeline bis zu seinem Hof.

Die Biogasanlage läuft seitdem auf Hochtouren und heizt höchst effizient die Häuser der Umgebung. Nun wünschen sich schon einige, Giselas Kohldiät möge niemals enden. Doch auch dafür hat Bauer Meiser schon vorgesorgt. Seinen leeren Stall will er zur Wellness-Oase für abspeckwillige Wuchtbrummen umbauen lassen und das Ganze als Bauernhof-Diät-Event anbieten. Der Biokohl soll von seinen Feldern kommen, das überschüssige Gas will er ins öffentliche Netz einspeisen. Und auch für Gisela wird ein Traum Wirklichkeit: Sie ist bereits als Modell für die Werbespots engagiert. Selbst die Nachbarn können wieder erleichtert aufatmen. Das Enddarmdrama neigt sich einem verdaulichen Ende zu.

Pups,
die Chantále

 


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1 Kommentar
#1 Kalle schrieb am 19.06.2009 17:49

113 Kilogramm in den letzten Wochen??? Wie viele Wochen waren das denn? Doch bestimmt Jahre, oder?