milzwurst deluxe

Lebt ihr noch oder sterbt ihr schon?

Mein Liebesminister! | 13.08.2007

Dieser Brief wurde mir von einer Unbekannten des Nachts in einer dunklen nicht videoüberwachten Ecke hinter dem Münchner Ostbahnhof zugesteckt mit der Bitte um Veröffentlichung im Internet. Na, klar. Versprochen! Weiterlesen...
 

No Rindvieh, no Cry! | 19.04.2008

Rastamann sitzt hinter der Biotonne und flötet sich eins. Seit geraumer Zeit schon geht mir damit auf die Nerven. Zwischendrin schlägt er immer wieder Holzstöcke aufeinander, einen nach dem anderen. Plock, plock. Weiterlesen...
 

Koi-Turnen und Katzengulasch | 12.07.2007

Ratter Ratter Rumms, Ratterrumms, Pflatsch. Ich sehe einen Mann, der ein Wägelchen hinter sich herzieht. Auf dem Wägelchen steht eine transparente Plastikbox mit Wasser. Weiterlesen...
 

Feiertag!

Morgen ist Feiertag! Wie schön, da freut man sich. Da kann man ausschlafen und dann vielleicht was unternehmen. Genau. Was „unternehmen“. Irgendwas Tolles, für das man sonst gar keine Zeit hat. Moment, einfach irgendwas? Sollte man diesen kostbaren Tag einfach so verschwenden? Nein, das geht nicht. Das muss schon was Besonderes sein. Wir machen einen Plan! Zuerst ausschlafen, klar. Vielleicht so bis neun? Naja, oder zehn? Sagen wir mal 9:30. Ja das ist gut. Dann Anziehen, Badezimmer, Frühstück und so weiter. Wird vielleicht eine Stunde in Anspruch nehmen. OK, 10:30. Der ganze Tag gehört uns. Das wird bestimmt schön!

Der Wecker klingelt. Wieso zum Geier? Arbeit? Nein, es war ja Feiertag. Achso, der Plan! Genau. Auf geht's. Es läuft wie geschmiert: Zähne putzen, ein halbes Kilo abnehmen, ein Kilo wieder zunehmen. Wunderbar. Also, wo fahren wir jetzt hin? Raus in die Ferne, den Sommer genießen! Sehr gut. Ich check nur mal schnell die Emails: Spam, Spam, Newsletter, Spam, Newsletter, Spam. Gut. Wir schau'n mal, was in der Welt so los ist... Ach ja, Tornado in Thüringen, Flugzeugabsturz, Erdbeben, politische Millionensauerei: das Übliche. Oh, 12:00! Was schon? Kann das sein? Na gut, Mittagessen. Die Reichhaltigkeit des Angebots im Kühlschrank stellt einen vor ungeahnte Herausforderungen. Die Rezeptvorschläge im Kopf lassen sich irgendwie nur schwer mit den vorliegenden Ingredienzen vereinen. Wie wäre: Mangosorbet mit Senfeiern oder Fetakäse mit Karottenraspeln? Ja, Pfui Teufel. Außerdem macht das jetzt zu viel Arbeit für einen faulen Feiertag. A propos Feiertag, wir wollten ihn ja nicht verschwenden. Mist! Schon halb vorbei, der schöne Tag. Und morgen wieder Arbeit! Jetzt aber schnell, damit sich das noch lohnt! So, was tun? Genau, in die Ferne! Gut, erst mal ins Einkaufszentrum. Nein, das geht nicht. Es ist ja Feiertag. Alles hat seine Schattenseiten... Dann zum See. Wasser ist immer gut, das beruhigt.

Die pure Idylle. Blau, grün, blauweiß. Fauna und Flora im Einklang. Doch irgendetwas stimmt nicht. Die platschende und gurgelnde Geräusch. Wo kommt das her?

Stramme Männerwaden treiben das Tretboot vorwärts. Die schwere Last im Fond des Vehikels ist gutes Training. Wenn sie nur nicht dauernd so viel schreien würde, die brünette, stark gerundete Last. Das ist selbst für Außenstehende schwer zu ertragen. Der Blick schweift ab, zu angenehmeren Dingen. Der Eisverkäufer. Kühle Erfrischung an einem freien Tag. Schlumpfeis. Lecker, dieses blaue Zeug. Die Theorie lautet: am Ende jedes Tages werden die Reste aller nicht verkauften Sorten zusammengemixt und mit blauer Farbe versehen. Voilá! Schlumpfeis oder auch Engelsblau oder so...

16:30. Ein Gewitter zieht auf. Alles ist in Bewegung. Der dicke Mann mit dem Sonnenschirm auf dem Rücken flieht, so scheint es, vor der sonnencremeverschmierten Frau mitte Fünfzig. In Wirklichkeit treibt sie der Wind. Ach Scheiße, auf nach Hause. Den Sand aus der Unterhose schütteln.  - Chantàle Deluxe

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