milzwurst deluxe

Beteigeuze

Beteigeuze (manche sagen auch Alpha Orionis) ist quasi die rechte Schulter des Orion (von uns aus gesehen links). Und ebenfalls sehr wichtig: Er pulsiert leicht unregelmäßig in einem beeindruckenden Rot am Himmel.

Sternbild: Orion
Entfernung: 427 Lichtjahre
Spektralklasse: M2
Größenklasse: 0,45
Leuchtkraft: 55.000x Sonne
Masse: 20x Sonne
Durchmesser: 662x Sonne
Radialgeschwindigkeit: 21 km/Sek

 

Was'n nu noch?

Herr, es ist Zeit... | 12.12.2007

Es röhrt, es stinkt, es nervt...was, Ihr Hausmeister ist noch einer von der altmodischen Sorte? Er benutzt wirklich noch einen BESEN?? Klären Sie ihn auf, und er wird auf ewig dankbar sein... Weiterlesen...
 

Obamas Sieg über die Würstchenbude | 25.07.2008

Stell dir vor: Obama redet in Berlin und ich geh nicht hin! Was hab ich verpasst? Nix, wie's aussieht. John McCain hatte eh die bessere Idee und besuchte eine Würstchenbude in Arkansas. Weiterlesen...
 

Herr Gerster und das All

Wird als Supernova enden: Beteigeuze

Ich bin auf der Flucht! Die Paragrafen 90, 93 und 97 der Abgabenordnung waren mir schon ganz dicht auf den Fersen. In meiner Not versuchte ich mich hinter Beteigeuze zu verstecken, einem roten Riesenstern im Hertzsprung-Russell-Diagramm. Ein lauschiges Plätzchen, an dem man erst mal in Ruhe nachdenken kann.

So mache ich das manchmal, wenn es mir in der Welt zu eng wird: Ich gehe ich im All spazieren. Metaphorisch betrachtet. Da lese ich dann von unglaublich schlauen Forschern, die das All erkunden und damit unser ganzes Dasein erklären wollen. Sie suchen nach Neutrinos und Dunkler Materie und erklären mir, was vor 14 Milliarden Jahren passiert ist. Nämlich diese Sache mit dem Urknall: Unendlich zusammengepresste, heiße Materie bekommt einen Orgasmus, schleudert alles von sich und dehnt sich 1050-fach aus. Die Räder der Zeit beginnen sich zu drehen; Atome, Sterne, Planeten entstehen. So geht das jetzt schon seit Milliarden Jahren und nimmt kein Ende, bis ins Unendliche geht das fort. Bis dahin, wo vorher nichts war. Genauso, wie vor dem Urknall nirgendwo was war. Und aus diesem Nichts, das da quasi überall war, weil es ja sonst nichts gab, wird jetzt unendlich viel, weil es ja auch noch unendlich viel Platz hat, um sich bis in alle Ewigkeit auszudehnen. Grob zusammengefasst.

Während es das tut, sitzt Herr Gerster in Zimmer 219 und denkt sich: „Unvorschriftsmäßig! Wie kann der denn in Zeile 64 des Mantelbogens seiner Steuererklärung eine Rürup-Rente eintragen, obwohl er eine Riester-Rente hat!“ Und dann stimmt nicht einmal die Zulagennummer – das wirkt wie eine Supernova im Steueruniversum. Dabei hab ich's echt nicht böse gemeint.
Davon abgesehen ist es ja beinahe einfacher das Universum zu begreifen, als die Formulare der Einkommensteuererklärung. Die sind meiner Meinung nach das äußerste Maß an Komplexität, das ein Mensch mit Intelligenz, Wissen und Übung bewältigen kann. Der Urknall ist Scheißdreck dagegen.

Also hocke ich hier an meinem Computer, der aus Atomen besteht, und bewege meine aus Atomen bestehenden Finger über die Tastatur. Beim Betrachten der Anlage AV spüre ich eine seltsame Vertrautheit. Denn sowohl ich, als auch der Computer samt Anlage AV müssen damals unendlich zusammengepresst und heiß beim Urknall dabei gewesen sein. Weder ich noch der PC können sich dran erinnern, aber es muss der Theorie zur Folge so gewesen sein.
Um das zu begreifen, geht man dann auf den Balkon und schaut hoch zum Himmel, zu Beteigeuze, der unfassbar weit entfernt leuchtet. Und hinter ihm geht es noch ewig weiter. Ich bin unendlich klein. Das ist wohl dieses berühmte Gefühl: Der Mensch kommt sich unbedeutend und winzig vor, ein Fliegenschiss im All. Super Gefühl. Mehr Understatement geht echt nicht.

Aber es baut einen auch irgendwie auf. Alle sind gleich, die Welt ist ein Haufen Atome. Manche gehören zu mir – andere zu Herrn Gerster. Und zwischendrin gibt's allerhand anderes Zeug, das genauso unbedeutend ist. Was würde also dem Universum fehlen, wenn ich meine Steuererklärung nicht machte? Hmmm ... Ein paar Finanzamt-Atome wären sicher sauer auf meine Atome und würden mir wieder böse Briefatome schicken. Das gäbe eine unkontrollierte atomare Kettenreaktion. Und wer weiß, was dann mit dem Universum passiert. Das kann ich nicht verantworten. Dem Raum-Zeit-Kontinuum zuliebe werde ich also mal einen Gang höher schalten und die geforderten Angaben ins Zimmer 219 beamen. Zeit ist relativ, hat schon Einstein gesagt, aber die Termine des Finanzbeamten sind leider Fixsterne in unserem Kosmos.

Langes Leben und Frieden,
die Chantále


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