Koi-Turnen und Katzengulasch
Ratter Ratter Rumms, Ratterrumms, Pflatsch. Ich sehe einen Mann, der ein Wägelchen hinter sich herzieht. Auf dem Wägelchen steht eine transparente Plastikbox mit Wasser. Hin und wieder schwappt etwas raus, weil der Mann den Wagen über einen unebenen Gehweg, durchsetzt mit Kopfsteinpflaster, zieht. Das gefällt dem orange schimmernden Koi-Karpfen bestimmt nicht besonders. Dieser schwimmt nämlich in dem Wasser, in der Plastikbox, auf dem Wägelchen, auf dem Kopfsteinpflaster, an der Leine. Moment. An der Leine? Das sieht jetzt fast so aus, als ob... Nein, das wäre zu absurd. Obwohl? Doch. Da führt jemand seinen Koi aus. Da geht jemand mit seinem Fisch Gassi. Das tut gut. Beweist es doch, dass ich nicht verrückt bin. Zumindest nicht so wie der Fischfreund. Ob er dem Flossenvieh auch Kunststücke beibringt? „Mach Sitz!“ stell ich mir beispielsweise urkomisch vor. Da steht er vor'm Aquarium und wirft jedesmal ein paar Flocken Futter rein, wenn der Koi mit der Flosse winkt...
Ein Psychofritzi würde jetzt wohl resümmieren: „Mensch und Tier, welch absurde Blüten diese Liebe treibt. Das Halten von Haustieren aller Art ist ein Phänomen.“ Naja, folgendes Beispiel holt die Theorie sehr schnell auf den Boden der Tatsachen zurück. Eine sehr nette Freundin von mir, liebevoll die Katzenfrau genannt, erzählte mir diesen Schwank aus ihrer Freizeit. Ein erfolgreicher Arbeitstag neigte sich dem Ende, alles war wieder irgendwie undefinierbar scheiße gewesen. Vorfreude auf ein heißes Bad, ein Glas Rotwein dazu. Entspannen und den Alltag abwaschen. Schaum umschmeichelte ihre Hüften, der Dampf strömt in die Lunge, der Wein belebt und macht gleichgültig. Die Welt ist schön. Da öffnet sich die Tür einen Spalt. Die Katze kommt herein. Allerdings nicht um das geliebte Frauchen zu besuchen. Vielmehr war Maunzi an einem Besuch der Katzentoilette interessiert, welche sich unglücklicherweise im Bad befand. Das kommt echt gut, Katzenscheiße stinkt eh schon furchtbar. Wenn es dann noch warm und feucht im Raum ist, und man noch dazu an die Badewanne gefesselt ist, welch Erlebnis! Dann schaut einen die Katze unschuldig an, als hätte sie gerade etwas wahnsinnig tolles gemacht und verlangt, dass Mutti stolz ist. Wer könnte ihr schon böse sein?
Wenn es trotzdem kein Katzengulasch zum Abendessen gibt, ist es wirklich Liebe!
Tschüssi,
die Chantále





Meine Katze ist mein kleiner Liebling! Ich würde wiklich alles für sie tun. Einmal kam ein böser Mann und wollte sie mit wegnehmen, da hab ich ihm die Kuchengabel ins Auge gesteckt. Da hat er geschrien und ich hab ihm dann mit dem Tortelheber den Bauchraum geöffnet. Das hat er davon! Der alte Doofi. Seitdem sind ich und meine Maunzi ungestört. Im Knast. Aber vereint!
Tschautschau, Mimi.