milzwurst deluxe

Max und sein Hund

Es war ein schöner Sonntag Nachmittag, als Max beschloss, wie jeden Tag eigentlich, mit seinem Hund Moritz, den er über alles liebt, ein wenig auf der nahegelegenen Wiese spazieren zu gehen und Stöckchenwerfen zu spielen. Dieses Sonntag war allerdings noch Max’ Cousine Klara mit dabei. Sie kam von Zeit zu Zeit mit Tante Sieglinde zu Besuch. Das passte Max immer überhaupt nicht, denn er konnte Klara nicht besonders leiden, er hielt sie für hochnäsig und eingebildet. Eben so ne richtig doofe Kuh, dachte er. Nur Max’ Mutter bestand jedes Mal darauf, dass die Kinder immer irgendwas zusammen machten, damit sie nicht im Haus die ganze Zeit herumrennen und sich gegenseitig ärgern, während sie und Sieglinde zusammen über die Nachbarn und Verwandten lästerten.

Also musste Max die doofe Klara mitnehmen, als er mit dem Hund nach draußen wollte. Klara passte das genauso wenig. Schließlich konnte auch sie sich etwas besseres vorstellen als am Sonntag Nachmittag mit ihrem doofen Cousin und seinem stinkenden Hund in irgend so einer matschigen Wiese rumzulatschen. Aber daran führte für beide nun kein Weg mehr vorbei. Sie machten sich also auf den Weg in Richtung Wiese um das Beste aus ihrer Situation zu machen. Kaum an der Wiese angelangt, ließ Max dann Moritz von der Leine und dieser lief auch gleich munter drauf los und war überglücklich, sich endlich wieder mal in den ausgedehnten Schlammpfützen suhlen zu können, die durch den heftigen Regen vom Vortag entstanden waren. Max brach derweil ein schönes Stück Ast von einem der Bäume am Wiesenrand ab. Denn ohne Stöckchen kann man ja schließlich schlecht Stöckchenwerfen spielen. Und als hätte der Hund geahnt, was Max vorhatte, kam er auch sogleich angelaufen und schüttelte die schlammigen Matschklumpen aus seinem Fell. Natürlich genau auf das neue, pinke Kleid von Klara. Diese schien sichtlich begeistert, dass sie nun ein braungesprenkeltes Kleid hatte und begann den Hund zu beschimpfen. Nun nahm sie Max den Stock aus der Hand und wollte den Hund verprügeln. Sie schaffte es ihn einmal in die Seite zu schlagen. Moritz jaulte vor Schmerzen, bekam Angst und lief davon in Richtung eines Baches, der die Wiese von einem angrenzenden Feld abtrennte.

Max wusste, dass dieser Bach nicht ganz ungefährlich war, da sich am Rand recht spitze Steine befanden an denen auch er sich früher schon mal Hände und Gesicht aufgeschnitten hatte. Max sah seitdem etwas komisch aus, denn die Narben im Gesicht sind nie so richtig verheilt, was auch ein Grund war, warum er oft in der Schule von anderen Kindern gehänselt und ausgelacht wurde. Um so mehr schätzte er natürlich seinen Hund Moritz, der immer treu zu ihm stand und dem es völlig egal war, ob das Gesicht seines Herrchens entstellt und unansehnlich war. Max wollte auf keinen Fall, dass seinem geliebten, vierbeinigen Freund auch so etwas schlimmes passierte. Er lief ihm also hinterher und rief nach ihm. Er wollte ihn unbedingt vom Bach fernhalten. Aber der Hund hörte nicht auf ihn und rannte immer weiter in Richtung der gefährlichsten Stelle des Baches. Auf einmal war er verschwunden. Einfach nicht mehr zu sehen. Max geriet in Panik und rannte nun so schnell er konnte auf die Stelle zu, an der er Moritz zuletzt gesehen hatte. Er hatte gar kein gutes Gefühl dabei. Er ahnte böses. Und als er an den Bach herankam hörte er auch schon gequältes Winseln und Jaulen. Zudem sah er, dass das Wasser unterhalb der Stelle, von woher das Winseln kam, leicht rötlich gefärbt war. Er dachte sich: Oh Nein, nicht Moritz. Bitte nicht. Dann sah er ihn im Wasser liegen. Aber nichts winselte mehr. Die recht Vorderpfote war halb abgetrennt. Aus ihr quoll jede Menge Blut. Der Hund schien benommen. Er musste versucht haben wieder ans Ufer zu klettern, hat es aber mit der verwundeten Pfote nicht geschafft und ist zurück in das an dieser Stelle des Baches recht tiefe Wasser gerutscht. Dort hat er dann jede Menge Wasser geschluckt und womöglich in die Lunge bekommen.

Max musste etwas tun bevor es zu spät war. Er zerrte den gut 80 Kilo schweren Schäferhund aus dem Wasser und rief seine Cousine herbei, die ja eigentlich an Allem schuld war. Diese lief aber genauso schnell wie sie hergekommen war wieder weg als sie die Unmengen von Blut entdeckte, die an dem Hund und an Max klebten. Plötzlich hielt sie inne und übergab sich. Max konnte sich darum aber jetzt nicht weiter kümmern. Er trug seinen Hund hoch zur Strasse und versuchte ein Auto anzuhalten, dass ihn zu einem Tierarzt hätte fahren können. Nachdem 4 Autos ganz unbeteiligt vorbeigefahren waren und Max schon fast keine Hoffnung mehr hatte, hielt endlich jemand an. Es war ei komischer Kerl, von dem Max gar nicht wusste, wie alt er ihn einschätzen sollte. Er wirkte irgendwie indianisch, so fremdländisch und hatte rötliche, stark faltige Haut. Er fragt was dem Hundchen denn zugestoßen sei. Max teilte ihm kurz seine Vermutung mit und der Mann schien besorgt. Er sagte: Leg den Hund dort hin und tritt einen Schritt zurück. Max tat wie befohlen. Der Mann fing an ein paar fremdartig klingende Verse zu summen und legte seine Hände auf den Hund eine schloss er fest um die verwundete Pfote des Tieres und die Andere legte er auf Moritz’ Brustkorb. Max traute seinen Augen kaum, als er sah, was dann geschah. Die Hände des Mannes fingen auf einmal an zu glühen und ein seltsamer Klang wie von tausend Trommeln war überall zu hören. Es wurde immer lauter und das Glühen immer heller. Bis es überall war und Max die Augen ganz fest zukneifen musste, weil das Licht so grell war. Plötzlich war das Leuchten weg und alles still.

Max öffnete die Augen und erblickte die Decke seines Zimmers, die von den ersten Sonnestrahlen des Tages leicht angestrahlt war. Dann blickte er an das Fußend seines Bettes und da lag er friedlich schlafend. Sein treuer Hund Moritz. Oh Gott sei Dank, dachte Max, Es war alles nur ein böser Traum. Er war unheimlich erleichtert und glücklich. Er blickte aus dem Fenster. Ein schöner Tag. Er beschloss nachher gleich mit Moritz nach draußen zu gehen. Das einzige was ihm den Tag noch versauen konnte, war, dass heute Sonntag war und Klara zu Besuch kommen wollte. Aber schlimmer als dieser Traum konnte das wohl kaum werden. Zumindest dachte er das...

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