milzwurst deluxe

Was'n nu noch?

Oskar, die Lepra-Heuschrecke | 14.10.2008

Wir haben einen neuen Mitbewohner. Er leidet an einer Infektion des gefährlichen Chimichanga-Bakteriums, dem Verursacher von Heuschrecken-Lepra. Weiterlesen...
 

Zur Hölle mit Helmut | 22.09.2008

Amazon.de droht mir mit „Helmut Lotti Special EUR 0,00“. Dabei will ich das nicht mal geschenkt haben. Der gedanke ist so furchterregend – ich traue mich schon nicht mehr am Briefkasten vorbei. Weiterlesen...
 

Eine Biografie in Holz | 30.05.2007

Wer möchte nicht gerne mehr erfahren über die geheimnisvolle Welt der Bäume? Wie gut, dass es Institutionen wie das Forschungszentrum Karlsruhe gibt, die sich dieser Sache angenommen haben. Weiterlesen...
 

Taubenscheiße! | 05.06.2007

Ich hasse Tauben. Am ekligsten sind die aus der Stadt, die nur Stumpen und Scheißeklümpchen als Füße haben. Außerdem sind sie noch dümmer als trockenes Toastbrot... Weiterlesen...
 

Mein Freund Knut

Zzzz... Gähn...

Ich mache mir Vorwürfe. Ich habe für irgendwas Iranisches gespendet, ohne genau zu wissen für was. Jetzt sitze ich vor Knuts Gehege und hadere mit meinem Gewissen. Knut gibt sich teilnahmslos. Ich hatte ja schon gehört, dass er psychisch abgestumpft sein soll.

Drei Euro habe ich dem freundliche Schnauzbartträger gegeben. Wer weiß, was damit passiert? Vielleicht sind das genau die drei Euro, die noch gefehlt haben, um eine Terrorplanung zu vollenden. Was, wenn da so ein Irrer mit meiner Spende den Wagen auftankt, bevor er damit dem Highway to Hell runterbrettert? Naja, so schlimm wird’s schon nicht werden. Die meisten Iraner sind bestimmt gute Menschen und unterstützen so etwas nicht, denke ich mir und schaue nach Knut. Keine Reaktion.

Warum bleibe ich eigentlich immer stehen, wenn ich auf der Straße angequatscht werde? Das ist fast immer ein Fehler. Und dann gebe ich meist auch noch Geld. So was von bescheuert. Andere gehen einfach achselzuckend weiter. Ich dagegen ziehe mir den Inhalt der schwarzen Mappe von Mr. Schnauzbart rein. Das Amtsgericht Bonn hat auch was dazu geschrieben. Frei übersetzt etwas in der Art: „Verein nix böse.“ Allerdings habe ich mal gelesen, dass da irgendwelche dubiosen Araber unterwegs seien, die „unter Vorspiegelung falscher Tatsachen“ Unterschriften und Spenden für islamistische Zwecke sammeln: „Ahnungslose Bürger – Kollaborateure des Terrors!“ Unterschrieben hab ich nichts – vorsichtshalber. Trotzdem, es beschäftigt mich weiter. Hätte ich ihm nichts geben sollen? Er hat mir Bilder von Hinrichtungen gezeigt. Ein Mann, der mit einem Lächeln im Gesicht am Galgen baumelt. Und ein Bild von seiner Tochter, die er schon seit Jahren nicht gesehen hat. Und dann das Amtsgericht Bonn.

Ich hätte mir auch Gedanken gemacht, wenn ich nicht gespendet hätte. Klassisches Dilemma mit scheinbar nur einer Lösung: Einfach nicht mehr stehenbleiben. Am besten legt man sich in der Öffentlichkeit ein ganz und gar autistisches Auftreten zu. So wie Knut. Das ist das langweiligste Tier, das ich seit langem gesehen habe. Alle fünf Minuten geht mal ein Auge auf. Das war's. Der Popularitätsverlust durch Flocke ist ihm wohl sehr nahe gegangen. Er betreibt jetzt so eine Art innere Emigration. Ich mach das von nun an genauso: Wenn jemand kommt und etwas will, mach ich die Augen zu und stinke.

Beim Verlassen des Zoos wartet schon die erste harte Prüfung. „You speak englisch?“ Die Zigeunerbraut mit Fakebaby hält mir einen Zettel unter die Nase. Ich starre auf den Zettel und befinde die Balkanstory für unglaubwürdig. Haha, kannste vergessen. Der Zettel ist außerdem kopiert und nicht mal handgeschrieben, das riecht doch förmlich nach organisiertem Beschiss. Noch ein letzter Blick auf das zerlumpte Kleinkind-Imitat ... Nee. Ich zucke mit den Achseln und gehe weiter. Knut hätte das auch nicht anders gemacht.

Tschüssi,
die Chantále

Beweisvideo: Da passiert ja mal gar nichts!



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