Offener Liebesbrief an Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble
Dieser Brief wurde mir von einer Unbekannten des Nachts in einer dunklen nicht videoüberwachten Ecke hinter dem Münchner Ostbahnhof zugesteckt mit der Bitte um Veröffentlichung im Internet. Na, klar. Versprochen!
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Mein Liebesminister!
Wolfgang Schäuble, ich liebe Sie! Ich muss es einfach mal sagen. Sie sind mein Held! Mit Ihnen möchte ich dem Sonnenuntergang entgegen fahren. Das ist mein Traum. Doch bald wird der Traum vielleicht schon Wahrheit sein. Wir werden uns näher kommen. Ich fühle mich geschmeichelt, dass Sie sich für mich interessieren. Ich bin schon ein wenig rot geworden. Ein Foto möchten Sie von mir. Na gut, aber zeigen Sie's nicht den Freunden von BND und Polizei. Die sind mir nämlich zu neugierig. Ach Wolfgang Schäuble, Sie möchten so viel wissen. Und ich werde Ihnen alles sagen. Alles können Sie haben. Mein Gesicht, meinen Finger, meine Festplatte, Emails, Handy, Iris, Netzhaut, Venenmuster. Ne Speichelprobe und vielleicht auch ein bissl Samen. Wenn wir uns dann etwas näher gekommen sind. Denn so was gibt man nicht gleich am Anfang her. Doch geben Sie mir doch auch etwas zurück, bitte. Schicken Sie mir einen RFID-Chip, geben Sie mir eine Nummer und schreiben Sie mir einen Brief, ob Sie in meinem Computer gefunden haben, was Sie suchten. Ich will ja offen zu Ihnen sein. Vertrauen ist der Grundstein jeder Beziehung. Ich würde mich so freuen von Ihnen zu hören. Aber Sie trauen sich glaub ich nicht. Sie schau'n mir nur immer hinterher, mit Ihren vielen kleinen Videoaugen. Manchmal wird’s mir schon ein bisschen unheimlich, wo Sie mich überall beobachten. Beim Popeln in der Straßenbahn, und beim Kaugummi-auf-die-Straße-spucken. Vielleicht schaffen Sie es ja irgendwann mal mich mal ins Kino einzuladen. Sie dürfen auch den Film aussuchen. Nein, lassen Sie mich raten, ich kenn' Sie doch! Der Klassiker: 1984, war ja klar. Aber wissen Sie, Herr Schäuble, was mich so ein bisschen wurmt? Ich bin nicht die Einzige für Sie! Sie interessieren sich auch für so viele andere. Das macht mich manchmal schon etwas eifersüchtig. Sie müssten sich einfach mal entscheiden. Das kann doch nicht angehen, dass Sie auf so vielen Hochzeiten tanzen, die gar nicht Ihre eigenen sind. Wissen Sie, ich mein' es nämlich ernst mit Ihnen. Wenn Sie nämlich nicht wollen, dann such ich mir auch einfach 'nen anderen. Werden Sie schon sehen, manches Bundesland hat auch schöne Innenminister. Der Herr Beckstein, des is' zum Beispiel ein fescher Bursch. Der könnt mir schon auch gefallen. Ach nein, was soll das denn? Ich kann eh nicht von Ihnen lassen, Sie sind meine Nummer 1. Wolfgang Schäuble, ich bin in Sie verknallt!
In tief empfundener Liebe,
Ihre geheime Verehrerin!
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Dies ist die ungefilterte Meinung einer wahrlich verknallten Person, die die Welt durch die rosarote Brille betrachtet. Sie deckt sich nicht mit meiner persönlichen Meinung, ich stehe Herrn Schäuble bestenfalls neutral gegenüber. Professionell distanziert, wie sich das gehört.





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