milzwurst deluxe

Was'n nu noch?

Männer, auf zur Rebellion! | 03.11.2008

Weltmännertag, diesen Mist können sich nur Frauen ausgedacht haben. Wie könnte er sonst so gnadenlos sein Thema verfehlen? Weiterlesen...
 

Das Land der "flotten buketter" | 02.09.2008

Furzende Nachbarn, poplige Betten und Wespenattacken. Ein Erlebnisbericht aus Dänemark... Weiterlesen...
 

Der traumhafte Elektro-Franz | 02.10.2008

Wie ein altes Ehepaar diskutieren wir elementare Themen mittlerweile abends im Bett. Es geht dabei um die Zukunft und natürlich um Staubsauger. Weiterlesen...
 

Nie wieder, Indianerehrenwort!

Party!

Es war Partytime bei Fischexpertin Monika. Im Fernsehen lief ein langweiliges Fußballspiel. Russland gegen Griechenland hieß es – sah aber aus wie Grütze gegen Weizenkleie. Höchste Zeit, das Bücherregal zu inspizieren. Ich musste nicht lange suchen, bis ich einen wahren Bestseller fand: ein Pilzbestimmungsbuch. Sagenhaft. Man glaubt ja gar nicht, wie spannend so ein Pilzbuch im direkten Vergleich mit Griechenland-Russland sein kann. Nicht nur, dass manche Pilze zum Kotzen abartig aussehen, sie haben auch noch sehr merkwürdige Namen.

Meine absolute Top-Five waren dabei in aufsteigender Reihenfolge:

5. Krause Glucke
4. Steife Koralle
3. Fransiger Wulstling
2. Erdigriechender Schleimkopf
1. Kirschroter Speitäubling

Vor allem mit Nummer 1 sollte ich später noch eine unangenehme Begegnung an der Tramhaltestelle Ampfingstraße haben.

Das Fußballspiel war endlich aus und mit ihm der üble Partykiller „Glotze“. Die Fete kam in Schwung und es gab reichlich Speis' und vor allem Trank. Auch wenn man über den Geschmack von „Wodka-Wackelpudding“ vorzüglich streiten kann, die Wirkung ist keinesfalls zu leugnen. Augelassen tobte die Meute im Wohnzimmer zu fragwürdiger Musik, bis die Deckenleuchte bedrohlich wackelte und die Nachbarn rebellierten. Der Gastgeber drehte die Musik leiser, die Gastgeberin wieder lauter. Schönes Spiel, kontrollierter Kontrollverlust. Ein Verrückter mit langen Haaren fing plötzlich an zu altbackener Dancemucke zu headbangen. Ich weiß aus zuverlässiger Quelle, dass ihm jetzt noch der Hals wehtut. Tja, das kommt davon. Trotzdem: beste Party seit Jahren – und der mit Abstand höchste Alkoholpegel meinerseits. Alles war in bester Ordnung, die Welt war schön. Nur hätte ich diesen Speitäubling nicht essen sollen. Oder habe ich mir das nur eingebildet? Die Heimfahrt endete jedenfalls einige Stationen zu früh mit einem tiefen Blick in den Lichtschacht eines unschuldigen Gebäudes. Es tut mir Leid, ich habe den Speitäubling irgendwie nicht vertragen. Unglücklicherweise musste ich dann gegen 4:00 morgens etwa 3,8 Kilometer bis nach Hause laufen. Es wurde ganz zaghaft hell und mich überkam die Erkenntnis, dass es ganz wundervoll ist, so wie es ist.

Leider waren die Spätfolgen des Genusses von Speitäublingen noch nicht absehbar. Fünf Stunden lag ich am nächsten Tag wie gelähmt auf der Couch und habe mir „Der mit dem Wolf tanzt“ in voller Länge angeschaut. Jetzt weiß ich: Bedenke immer die Folgen deines Handelns. John Dunbar wird mir zustimmen. „Ich habe nie so richtig gewusst, wer Chantále Deluxe eigentlich ist. Nun weiß ich, wer ich wirklich bin. Ich bin: Die in den Lichtschacht kotzt!

Prost,
die Chantále


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