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Obamas Sieg über die Würstchenbude

Wurst ist überall! Sie ist Nahrung und universeller Mittler zwischen den Völkern.

Gestern weilte unser aller Obama hier in Berlin. Weil ich aber Fanmeilen ab 100.000 Menschen für ziemlich überschätzt halte, bin ich nicht persönlich hingegangen. Stattdessen habe ich mir seine grandiose Rede im Fernsehen angeschaut und dabei ständig zwischen ARD und ZDF hin und hergeschaltet, um herauszufinden, wie hoch die Zeitverzögerung zwischen diesen Programmen ist, die angeblich beide live übertragen. Eines von denen war jedenfalls zu spät dran, wahrscheinlich das Zweite.

Das war für mich auch schon das Spannendste an diesem Ereignis. Denn die weltverbessernde Rede unseres schönsten, besten Lieblingspräsidentschaftskandidaten (der Herzen und aller Zeiten, Anm. d. Red. ) wird höchstens durch Zufall in die Geschichtsbücher eingehen. Warum? Erstens ist der Mann noch nicht mal Präsident und zweitens hat er nichts wirklich Weltbewegendes erzählt. 23 mal „Thank YOU!“ am Anfang und ein paarmal am Schluss, dazwischen Luftbrücke, Kommunisten, Mauern, Unterschiede und Gemeinsamkeiten dies- und jenseits des Atlantiks, wieder Mauern, dann etwas Krieg, Krisen, Klima und schließlich ein paar Appelle an den Zusammenhalt der Menschen und der Staaten. Alle Mauern müssen weg. Toll. Was er aber definitiv vergessen hat, sind die momentan dringlichen Probleme hier in Europa. Zum Beispiel die Sache mit Libyen und der Schweiz. Da sollte Amerika handeln. Für alle, die es nicht mitbekommen haben: Nach einer vorübergehenden Festnahme des Sohnes des libyschen Staatschefs Muammar Gaddafi hat das Land aus Protest alle Öllieferungen an die Schweiz eingestellt. Der 32-jährige Hannibal Gaddafi (Elefanten hatte er nicht dabei, als er über die Berge kam, Anm. d. Red.) und seine Ehefrau waren in Genf festgenommen worden, weil sie zwei Angestellte eines Fünf-Sterne-Hotel geschlagen haben sollen. Wo bleiben da die USA? Hallo, es geht schließlich um Öl! Während also Obama von anderen Belanglosigkeiten erzählte, hatte die Schweiz bestimmt schon fast kein Öl mehr. Was soll erst im Winter werden, wenn es klirrend kalt ist in den Bergen?

Da sieht man im kleinen Rahmen, was passiert, wenn man sich mit solchen komischen Staaten, wie Libyen, einlässt. Oder mit der Schweiz. Eigentlich sind die beiden ein ganz hübsches Paar. Ob die Schweiz jetzt alle Schokoladen- und Käselieferungen an Libyen einstellt? Oder doch von ihrer ganz und gar vorbildhaften Unparteilichkeit Abstand nimmt? Nee, eher befrieden die Amerikaner den Nahen Osten und hören auf, überall unter dem Deckmantel der Weltpolizei Rohstoffe zu plündern. Oder ist das nun schon wieder zu populistisch und respektlos gegenüber unseren transatlantischen Freunden, die uns damals vor den Kommunisten gerettet haben? Wie auch immer, eine Sache finde ich dann doch noch erwähnenswert. Während Barack Obama vor 200.000 Irren seine Mauer-Rede hielt, gab sich sein Kontrahent im US-Wahlkampf, John McCain, bescheiden: „Ich rede erst im Ausland, wenn ich Präsident bin." Löblich. Die deutsch-amerikanische Freundschaft war ihm dabei trotzdem nicht egal: Er besuchte lieber eine deutsche Würstchenbude in Arkansas. Das ist doch mal was, Wurst ist ohnehin ein Thema, das die Völker mehr verbindet, als Krieg, Krisen oder Klima.

Mahlzeit,
die Chantále

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P. S.: Ein Tipp für Nutzer von Duden-Software: Wenn man nicht höllisch aufpasst, macht der Duden Korrektor aus „Barack Obama“ in Windeseile „Baracke Osama“. Und wenn das dann im Internet steht, sperrt die CIA sofort die Seite, weil sie denkt, wir hätten Kontakt zu gesuchten Terroristenführern und wüssten am Ende gar, wo sich der aufhält.

Na gut: Pakistan! So jetzt wisst ihr's. Dürfen wir nun wieder online?


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1 Kommentar
#1 Der Graf schrieb am 25.07.2008 23:04

Barack (gesprochen: Baratsk - das "a" bitte wie bei "Smalland" bei IKEA) heißt auf ungarisch übrigens Pfirsich. Hehe Mr. Green