Rote Rosen vom Zigarillo-Zerberus
Bei den meisten Firmen ist es der schrullige Hausmeister oder die zickige Empfangsdame, die einem den Start in den Tag oft gründlich vermiesen. Dort, wo ich arbeite, gibt es so jemanden nicht. Jedoch werde auch ich regelmäßig begrüßt.
Begleitet von einem Schwall süßlichen Tabakrauches flüstert ein Pförtner sein gieriges „Servus“ durch ein kleines Fenster in meine Richtung. Da sitzt er, der Zigarillo schmauchende Zerberus, morgens und abends in seinem Spielzeughaus, das unglücklicherweise zwischen S-Bahnstation und meinem Arbeitsplatz liegt. Es gibt also kein Entrinnen. Für mich nicht, und auch nicht für die geschätzten 500 anderen weiblichen Personen, die jeden morgen an ihrem Rosenkavalier vorbeitrotten müssen. An manchen Tagen ist man ja von Haus aus etwas lustlos, was die Arbeitsmotivation betrifft. Wenn der Weg an den Schreibtisch oder in die Konferenz aber einem lüsternen Spießrutenlauf ähnelt, vergeht einem alles. Vor dem Kleiderschrank geht es schon los: „Soll ich wirklich den Rock mit den Stiefeln anziehen? Könnte das nicht als indirekte Aufforderung zur intensivierten Kontaktaufnahme verstanden werden? So wie bei der einen Kollegin, die gerne Röcke trägt und die eines Morgens mit einer Handvoll roter Rosen überrascht wurde?“ Nein, dann lieber doch die schwarze, lange Hose. Gott sei Dank ist ja Winter, in Schals und Mantelkrägen lässt sich ein Gesicht wunderbar verstecken. Und in einer Daunenjacke verschwimmt selbst die schärfste Figur.
Manchmal sitzt der verkannte Charmeur auch nicht in seiner Behausung, sondern steht, man ahnt es schon, in voller Lebensgröße und mit stolz geschwellter Brust auf dem Bürgersteig. Dort markiert er sein Revier mit dampfenden Rauchschwaden, als ob er das vorbeiziehende Weibsvolk damit betäuben und ihm zu Willen machen könnte. Es ist, wie es ist: Ein Adonis ist er leider auch nicht gerade. Sein von Silberfäden durchzogenes Haar hat er wohl zu tief in den Pomade-Topf getunkt (oder einfach schon lange nicht mehr gewaschen??) und der Bauch, über dem sich das verwaschene Holzfällerhemd spannt, zeugt von einer Vorliebe für deftige Hausmannskost und Weißbier. Eigentlich könnte er einem Leid tun…
Bis zur nächsten rauchgeschwängerten Gruß-Attacke. Deswegen habe ich einen Entschluss gefasst, aller Kälte zum Trotz: Morgen werde ich meinen kürzesten Rock anziehen. Vielleicht trifft ihn ja dann endlich der Schlag.
Mit entschlossenen Grüßen
Euer Dr. Ewil
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wer zum henker schreibt da kommentare in meinem namen? UNVERSCHÄMTHEIT!
pah! zeig dich, elendiger feigling!
hier nun mein echter kommentar:
mach ihn fertig, doc!
immer feste druff!
gruß,
der graf (der einzig wahre)
Aaaah, jetzt endlich.
Wieso zu Henker zeigt er diese Kommentare nicht an?!?
mach ihn fertig, doc!!!
immer feste druff!
gruß,
der graf
So ne Sau. Das geht aber wirklich nicht!