milzwurst deluxe

Wickediwie!

„Wickediwie“ schrie es wie nie! Ich hatte so etwas noch nie gehört. Völlig überrumpelt drehte ich mich, fast wie zu Eis erstarrt, in Zeitlupe herum. Ich war schockiert. Völlig fassungslos, beinahe. Meine Gedanken rasten genauso schnell wie mein Puls. Es war ein Waschbär. Eindeutig am Geruch zu erkennen. Mein Gott! Aber ein Waschbär von unnatürlichen Ausmaßen! Das niedliche Tier war stolze 3,15 m groß, grob geschätzt natürlich. Unglaublich! Und das Erschreckende, Schockierende war eigentlich nicht die Größe des Tieres, sondern dass es ES in seinen Klauen hatte! DAS was ich schon seit Ewigkeiten begehre. Das Einzigartige. Das Wunderbare.

Ich musste es bekommen, ich würde dem sonst nie wieder so nah sein! Ich war wie von Sinnen. Nur musste ich da erst an diesem ungeheuren Ungeheuer vorbei, welches sich mir gerade offenbarte. Erst mal wieder zu Atem kommen. Wie sollte ich das nur anstellen? Er würde sich nicht einfach überrumpeln lassen. Darauf konnte ich nicht hoffen. Dafür sind diese Viecher zu intelligent. Er ergriff als erster die Initiative. Der Waschbär kam näher, ganz langsam kam er auf mich zu. Ich spürte die ungeheure Präsenz seines Wesens. Ich merkte gleich, dass er versuchte mich mit seinem beschwörenden Blick zu hypnotisieren um mich dann, wenn ich nicht mehr bei Verstand war, auszusaugen wie eine reife Blutwurst. Mir stiegen die Nackenhaare zu Berge. Fast bis zum Gipfel. Aber ich stand nicht zum ersten Mal so einem listigen Angreifer gegenüber, hatte also schon Erfahrung mit solchen Dingen. Ohne mit der Wimper zu zucken, hielt ich dem Blick stand, um meinem Widersacher glauben zu machen, er könne mich hypnotisieren. Es schien zu klappen, er fühlte sich sicher, und ich vermutete er würde einen Fehler machen, wenn er die Beute schon im Netz sah.

Er begann mich zu umkreisen, vermutlich um mich schwindelig zu machen. Da witterte ich meine Chance! Als er sich genau hinter mir befand, machte ich einen doppelten Salto und ein paar Pirouetten um dann genau hinter ihm zu landen, bevor er überhaupt gemerkt hatte, wo ich hin verschwunden bin. Ich griff zu, raubte ihm das Einzigartige direkt aus der Hand und sprang davon. Er hatte denn Diebstahl natürlich bemerkt und war mir bereits dicht auf den Fersen. Es folgte eine halsbrecherische Verfolgungsjagd durchs Dickicht der Wälder Uruguays. Stunde um Stunde rannte ich weiter. Aber mein Plan ging auf. Ich konnte ihm entkommen. Er verlor mich irgendwo im Unterholz. Erschöpft aber glücklich sackte ich, an einen Baumstamm gelehnt zusammen und betrachtete meine Beute. Ein ganzes Bündel goldgelben Weizen! Wie er duftete! Herrlich! Völlig von meinen Gefühlen übermannt schlief ich ein und träumte von meiner wundervollen Zukunft mit diesem Weizen an meiner Seite...

Kommentare

1 Kommentar
#1 Chantàle Deluxe schrieb am 18.04.2007 20:57

Sebastian ist der geilste!!!